05.02.2019

Academy Portrait

Academy Challenge: Skizziere die beeindruckensten Gebäude

Virgil Abloh

miniform sind Viktoria Hohl


Die Karlskirche – Mehr als historische Kulisse

Jeder unserer Baumeister Academy Gewinner bringt seine eigenen Talente und Interessen mit in das Praktikum. Manche schreiben besonders gerne, manche trennen sich nie von ihrer Kamera und manche halten die Welt in Skizzen fest. So auch unsere Baumeister Academy Gewinnerin Theresa Wunder. Daher haben wir sie gebeten, ihre drei liebsten architektonischen Werke von Wien auf dem Papier festzuhalten.

Meine Zeit in Wien neigt sich dem Ende zu, ein guter Grund, um noch einmal die Gebäude zu besuchen, die mich am meisten beeindruckt haben. Mit dreien davon habe ich mich sehr intensiv auseinandergesetzt. Und wie geht das besser, als beim Skizzieren?

Haltestelle Karlsplatz. Nur wenige Schritte von der U-Bahn-Station entfernt steht sie: die Karlskirche. Die Kirche, 1713 unter Kaiser Karl VI erbaut wurde, ist in meinen Augen einer der beeindrucktesten Stadtbausteine Wiens. Betrachtet man sie genau, erkennt man die unterschiedlichen historischen Elemente, aus denen sie sich zusammensetzt. Rechts und links stehen die vom römischen Barock beeinflussten Turmpavillons. Auch einen römischen Tempelportikus und zwei Trajansäulen findet man, bei genauerem Hinsehen. Doch nicht nur die Architektur macht diesen Ort so besonders. Es ist viel mehr die Atmosphäre, die diesen Platz umgibt. In unmittelbarer Nähe liegen die technische Universität, Cafés und das Wien Museum. Von dort strömen im Sommer die Menschen her, um zu picknicken, zu lesen oder Open-Air-Konzerten zu lauschen. Und auch im Winter ist der Platz belegt, wenn sich Passanten auf einen Glühwein am Weihnachtsmarkt treffen.

Kontraste im Augarten

Mein nächster Halt: der Augarten. Dieser Park im 2. Bezirk Leopoldstadt ist für mich wegen seiner Kontraste einzigartig. Mitten in einer barocken Parkanlage stehen zwei Flaktürme aus dem Zweiten Weltkrieg. Ein absurdes Bild, das sich einem selten bietet. Insgesamt stehen sechs solcher Flaktürme in Wien. Doch der „Codename Peter“ im Augarten ist mit 55 Metern der Höchste von ihnen.

Moderne Gedanken bei Adolf Loos

Meine Endstation ist ein Klassiker unter den Architekturkennern. Das Haus am Michaelerplatz von Adolf Loos beeindruckt mich aber weniger wegen der aufwändigen Fassadengestaltung, als durch die Geschichte und die Umstände, die mit diesem Haus in Verbindung stehen. In einer Zeit, in der die Prachtbauten der Ringstraße das Stadtbild beherrschten und der Kaiser in der Hofburg gegenüber thronte, steckte Loos die Stadt mit seinen modernen Gedanken an. Die Bay Windows stammen aus Amerika, der Marmor aus Italien. Adolf Loos war Visionär und ich muss feststelle: Ich bin ein Fan.

Die Auswahl der drei Gebäude zeigt, dass Wien nicht nur aus den Prachtbauten der Gründerzeit besteht.  Vielmehr findet man in Wien, Architektur aus den verschiedensten Epochen, hinter denen sich einmalige Geschichten befinden.

Alle Skizzen von Theresa Wunder. 

Die Baumeister Academy ist ein Praktikumsprojekt des Architekturmagazins Baumeister und wird unterstützt von GRAPHISOFT und der BAU 2019.

 

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