Sala, Silberbergwerk

Nichts für Klaustrophobe: Die stillgelegte schwedische Silbermine Sala bietet eine ungewöhnliche Übernachtungsmöglichkeit – man kann sich unter Tage in einer glamourösen Grubensuite für zwei Personen einnisten. Damit gehört sie zu Recht in den Club der „Unusual Hotels“.

Die Rezeption liegt 155 Meter über dem Hotelzimmer. Denn es wurde tief unten in der schwedischen Sala-Silbermine eingerichtet, wo sich auch Speisesaal, Restaurant- und Konferenzräume des Hotels befinden. Allerdings bleibt man nachts dann unten ganz allein zu zweit.

Die Gänge unter Tage sind das Ergebnis harter Arbeit auf der Suche nach Silber im 16., 17. und 18. Jahrhundert. Die Bergarbeiter kamen nur sehr langsam vorwärts: etwa zehn Meter pro Jahr. Das heißt, nur für diesen Teil, in dem die Suite untergebracht ist, haben sie fast zehn Jahre gebraucht. Sie verwendeten hauptsächlich eine Methode, die sich Feuersetzen nennt: Holz wird aufgeschichtet, angezündet, durch die Hitze bekommt der Fels Risse und kann Stück für Stück abgetragen werden.

Silber und Feuer sind damit die beiden Elemente, die auch die Innenarchitekten bei ihrer Gestaltung aufgriffen: „Wir wollten die Vergangenheit mit dem Leben heute verbinden, aber dennoch die Ausstattung passend und überzeugend gestalten“, sagt Magnus Svedjemarker vom Stockholmer Büro „Wohnzimmer“. „Ulrika Andrén, unsere Innenarchitektin, bringt sozusagen das Silber zurück in die Mine.“ Sie wählte Metallleuchten und silberne Kerzenständer, polierte silberne Möbel und glänzende Spiegelrahmen. Das verleiht diesem düsteren Verlies einen illustren Schimmer. Das Kerzenlicht taucht die Höhle in ein warmes, goldenes Licht, die Felswände wurden belassen, wie sie waren.

Die Mine war einmal Schwedens Schatztruhe. Das Silber wurde zu Münzen verarbeitet oder auch zu kostbarem Hausrat wie etwa prächtigen Kandelabern, die heute in ganz Europa zu finden sind. Stilbildend im 17. und 18. Jahrhundert war vor allem Frankreich, daher sind auch die Möbel in der Grubensuite im französischen Barockstil gehalten, um an die Zeit zu erinnern, in der die Mine ihre Blütezeit erlebte. Alle Möbel sind leicht genug, um sie mit dem vorhandenen Minenaufzug zu transportieren, und können ebenso einfach wieder entfernt werden, ohne Spuren zu hinterlassen.

Über den Aufzug gelangen auch die Gäste in ihre Suite. Allerdings dürfen sie ihn nicht ohne Begleitung des Hotelpersonals nutzen. Das heißt, sie können nachts mit der Rezeption nur über Sprechfunk Kontakt aufnehmen. Hier unten gibt es zwar Strom, aber kein WLAN. Dafür wird die Stube auf 15°C geheizt, während im restlichen Bergwerk 2°C Kälte herrschen.

Wem dies alles zu unheimlich ist, kann natürlich auch oberirdisch übernachten, wo die alte Marketenderei der Mine mit 14 bequemen, modernen Doppelzimmern ausgestattet ist. So erspart man sich das für viele gerne verzichtbare Abenteuer, nachts in einer Felsenhöhle eingeschlossen zu sein.

Adresse

Sala Silberbergwerk
Drottning Christinas Väg
Sala, Schweden
(0046) 224 677 260
booking@salasilvergruva.se
www.salasilvergruva.se/de

Fotos: Pappilabild, Sala, Schweden