Raum der vier Elemente

Das chilenische Architekturkollektiv Grupo Talca arbeitet an der Schnittstelle zwischen Architektur, Skulptur und Bürgerbeteiligung. Als Baumaterial dient der Gruppe oft, was sie zufällig so findet. Daher bleiben die Baukosten immer sehr niedrig – schränken aber die Qualität ihrer Arbeiten nicht ein. Der Stadtraum „Bosque de Mim-bre“ ist ein Beweis dafür.

Das Projekt  – zu deutsch „Wald aus Weidegerte“ – will keine Simulation einer natürlichen Insel sein. Es ist vielmehr eine stimmungsvolle Installation, die an die natürlich vorkommenden Elemente von Zentralchile erinnert: Stein, Wasser, Weidegerte und Sand. Das Werk präsentiert sich als architektonischer und damit bewusst künstlicher Raum, der durch eine Umfassung aus zusammengebundenen Weidenbündeln entsteht.

In der Mitte dieses vier Meter hohen Walds öffnen sich unterschiedliche Lichtungen, in die die Architekten „natürliche“ Elemente platzieren: Wasser fließt durch eine Leitung auf Steine, die der chilenische Bildhauer Vicente Gajardo platziert hat, Korbbänke bilden die Sitzplätze, hier und da gibt es kleine Sandhügel. So entsteht eine abgeschottete Oase inmitten der Hochhäuser der chilenischen Hauptstadt Santiago.

Mehr dazu finden Sie im Baumeister 2/2016