Mail aus Berlin (4)

Die Adventszeit in Berlin beinhaltete für mich keine architektonischen Highlights. Dafür umso mehr Besuche auf den umliegenden Weihnachtsmärkten. Da ich kein Fan von bunt blinkenden Rentieren und fliegenden Weihnachtsmännern bin, habe ich mir das Getümmel neben dem Alexanderplatz lieber von weitem angeschaut. Stattdessen bin ich über die Märkte am Gendarmenmarkt und am Schloss Charlottenburg geschlendert.

Die Weihnachtsfeier von Juergen Mayer H war dieses Jahr mit einem Besuch in der komischen Oper verbunden. Die russischen Oper „Der feurige Engel“ nach einem Roman von Waleri Jakowlewitsch Brjussow ist nicht gerade etwas für Opernneulinge, trotzdem waren viele Zuschauer von der Inszenierung des Stückes begeistert. Nach dieser Veranstaltung stand für mich mein guter Vorsatz für das Jahr 2016 fest: Alle Kulturangebote in Berlin bestmöglich ausnutzen. Das heißt die Monate Januar, Februar und März sollten nicht nur von Architektur, sondern auch von Museums- und Theaterbesuchen geprägt sein. Mal sehen wie gut ich das umsetzen werde.

Leider wurden die letzten Monate des Jahres 2015 von den Anschlägen in Paris überschattet. Ich hatte das Gefühl, dass diese Geschehnisse keine offensichtliche Einwirkung auf das alltägliche Leben in Berlin hatten. In einer Stadt wie Paris oder Berlin lebt man eben nur selten für sich allein. Man trifft sich mit Freunden, geht zusammen in Restaurants, Bars, besucht Konzerte, Veranstaltungen, genießt seine Freiheit. Dies ist auch bei mir, meinen Freunden und Bekannten jetzt noch so. Trotzdem überlegt man sich manchmal, wenn wir gemeinsam einen schönen Abend in Berlin verbringen, was wäre wenn so etwas auch bei uns passiert? Es ist kein Gefühl der Angst, sondern eines der Unsicherheit.

Mir wurde dieses Gefühl besonders bewusst, als ich Anfang Dezember das Blumenmeer auf dem Pariser Platz betrachtete. Einem Ort, an dem auch in Berlin die Trauer, Angst und der Schmerz von Paris offensichtlich wird.

Dennoch hoffe ich auf ein gutes Jahr 2016, in dem ich noch 2 Monate im Büro von Juergen Mayer H arbeiten kann, um danach wieder meinem studentischen Leben nachzugehen!

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