Diskretes Schwitzen

Die Architekturqualität in Vorarlberg beeindruckt immer wieder aufs Neue. Seit Jahrzehnten zeichnet sich die Region durch eine hohe Dichte guter Architekturbüros aus. Zur jüngsten Generation einheimischer Baukünstler zählt Bernardo Bader, der bislang vor allem durch gelungene Einfamilienhäuser aufgefallen ist. In seinem Portfolio findet sich aber auch ein Saunahaus, das er für ein in Koblach ansässiges Sportunternehmen entworfen hat.

Der kompakte Holzbau mit quadratischem Grundriss, bildet den nördlichen Abschluss des Firmengeländes und sitzt als Solitär auf einer dreieckigen Restfläche. Als Wellnessbereich für die Mitarbeiter geplant, kann er auch von externen Besuchern genutzt werden.

Die Funktionen verteilen sich auf drei Geschosse: eine kleine Bar und Therapieräume im Erdgeschoss, darüber die Saunaräume mit den Umkleiden, ganz oben dann eine finnische Sauna mit Ruheräumen und Dachterrasse.

Zwei Wandnischen mit Sitzbänken aus bretterverschaltem Sichtbeton flankieren die Treppe in der Mitte des Gebäudes und bilden das zentrale räumliche Element. Die einzelnen Räume gruppieren sich ringförmig um die Erschließung. Wände und Decken wurden in den Aufenthaltsräumen mit Weißtanne, in den Nassbereichen mit gebürsteten Granitsteinplatten verkleidet.

Eine horizontal verlaufende Lärchenschalung, ummantelt das Gebäude und wird nach oben hin lichter. Im Erdgeschoss schirmt sie die Räume von der heterogenen Umgebung des Firmengeländes ab – die Schalung ist hier dicht angeordnet und wird nur durch präzise gesetzte Öffnungen unterbrochen. Ein kleiner Vorplatz für die Bar schafft den Bezug zur Umgebung und definiert den Eingangsbereich.

In den beiden oberen Geschossen legt sich die Schalung als eine Art Filter über die großen Öffnungen, ermöglicht einen Ausblick in die Umgebung und wahrt gleichzeitig die räumlichen Intimität. Im obersten Geschoss bietet die Dachterrasse einen geschützten Blick auf die nahegelegenen Berge des Schweizer Rheintals.

Durch feine Details ist es dem Architekten gelungen, einen in sich geschlossenen Solitär auszuformulieren, der trotz aller Introvertiertheit nicht abweisend wirkt. Die Akzentuierung der Fassade reagiert auf die von der Nutzung vorgegebene Diskretion, lässt aber gleichzeitig den Blick nach Draußen zu.

Fotos: Marc Lins