Haus für Julia und Björn

Das Ungewöhnliche am „Haus für Julia und Björn“ ist wohl, dass man es im Obergeschoss betritt. Das hat mit der Lage zu tun, denn das Wohnhaus von Innauer Matt Architekten steht an einem steilen Hang in Egg, Vorarlberg. Von oben gelangt man über eine spalierartig gesäumte Treppe ins Erdgeschoss. Ein schmaler Flur macht deutlich: hier sind die privaten Räume untergebracht! – und führt den Eintretenden nach unten.

Das Gebäude ist ein langgsetreckter Baukörper, der sich zwischen zwei alten Bäumen am Grundstück aufspannt. Somit besteht das Erdgeschoss aus einem länglichen Raum für Essen, Kochen und Wohnen; zoniert wird dieser durch einen Ofen. Ein lang gestrecktes Fenster mit Sitzbank gibt den Blick zum Bergpanorama des Bregenzerwaldes frei. Im Osten und Westen öffnen sich überdachte Freiflächen, die den Wohnraum nach draußen fortsetzen.

Die Längsausrichtung des Hauses wird je Geschoß durch eine „dienende“ Wand-Zone im Norden unterstrichen, die Wohn- und Nebenräume trennt. Dadurch entstehen Nischen und Ausbuchtungen und die Erschließungsflächen finden hier ihren Platz. Das Mobiliar und die Dielenböden bestehen aus massiver Fichte, die im eigenen Wald geschlagen wurde und schaffen ein homogenes Bild. Ergänzt werden die Holzoberflächen mit handwerklich gefertigten Putzoberflächen aus hellgrauem Marmormehl.

Die Fassade besteht aus einem Gewebe aus Holzleisten – das lässt die Gebäudehülle leicht wirken. Hervorstehende Fensterlaibungen sorgen für die nötige Maßstäblichkeit. In seiner Abwicklung mit Satteldach passt sich der Neubau seiner ländlichen Umgebung an.

Fotos: Adolf Bereuter, Dornbirn