Volkan Alkanoglu neues Projekt „Drift“

Der im US-amerikanischen Portland, Oregon, ansässige Künstler und Designer Volkan Alkanoglu hat kürzlich eine neue Fußgängerbrücke installiert. Das öffentliche Kunstwerk mit dem Titel „Drift“ befindet sich im Stadtteil South Hills von Fort Worth, Texas. Alkanoglu bezeichnet die Brücke als Beispiel für „Plug-and-Play“-Städtebau.

 

Die Fußgängerbrücke „Drift“ spannt sich knapp 19 Meter über einen Bachlauf, der ein Viertel in Fort Worth mit Ranchhäusern aus der Nachkriegszeit in zwei Hälften teilt. Das Public Art Program der Stadt hat das Projekt in Auftrag gegeben. Es ist eine Kombination aus Kunst, Design, Architektur und Infrastruktur. Einerseits handelt es sich um ein gemeinschaftsorientiertes und ortsspezifisches Projekt, das eine physische Kluft zwischen zwei Hälften eines Viertels zu überbrücken hilft. Andererseits wollte Alkanoglu mit Drift neuartige Bautechniken erproben und zeigen.

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Holzbrücke „Drift“ ist Beispiel für „Plug-and-Play“-Städtebau

Alkanoglu war es wichtig, nachhaltige Materialien zu verwenden. Die Auswirkungen auf die Natur in der Umgebung sollten so gering wie möglich sein. Zugleich sollte das Budget einen Rahmen von 375.000 Dollar (ca. 320.000 Euro) nicht überschreiten. Das Prinzip des „Plug-and-Play“-Städtebaus wird anhand der hohen Vorfertigung der Brücke sichtbar. Die Brücke wurde so weit wie möglich vormontiert, anschließend an ihren Standort gebracht und war dann innerhalb weniger Stunden betriebsfertig.

 

 

In ihrer Formgebung ähnelt die selbsttragende Brücke einem geschwungenem Bootsrumpf, unregelmäßige Auswölbungen lassen bei der Seitenansicht aber auch an ein glatt geschliffenes Stück Treibholz erinnern. Von oben betrachtet ist der Bezug zum Bootsbau noch deutlicher, hier sind auch die organisch ausgeformten Sitzbänke beiderseits des Geländers sichtbar. So soll Drift nicht nur ein Durchgangsweg, sondern auch zu einem Ziel an sich und zu einem Ort der Kontemplation und Kommunikation werden.

Minimierte Auswirkungen auf die Umwelt

Während die Brücke zunächst komplett aus Sperrholz bestehen sollte, zwang das beschränkte Budget den Designer schnell zum Umdenken. Schließlich baute man die Brücke mit einem aus dem Schiffsbau entlehnten Stahlrahmen auf. Dieser bekam im Anschluss eine Verkleidung aus CNC-geschnittenen Holzlamellen. Vor Ort mussten lediglich die Brückenfundamente errichtet werden, bevor ein Fahrzeugkran die Brücke anlieferte. Nach dem Absetzen der Brücke baute das ausführende Unternehmen noch die Weganschlüsse.

 

 

Dieses „Plug-and-Play“ reduzierte die Belästigung der Nachbarschaft und die Beeinträchtigung der Natur im Bachlauf auf ein Minimum. Für Volkan Alkanoglu ist das Konzept aber noch mehr: „Unsere Städte müssen dringend auf allen Ebenen modernisiert werden, und Plug-and-Play-Urbanismus ist eine wirtschaftlich sinnvolle Möglichkeit, mittelgroße Infrastrukturen außerhalb des Standorts zu produzieren und in den städtischen Kontext zu bringen.“

Fußgängerbrücken sind nicht nur Überquerungen von Hindernissen. Nicht selten sind sie belebte Orte und das Ziel selbst. Erfahren Sie mehr über die Esperance Bridge in King’s Cross.