22.05.2023

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Bildungsbauten Kultur

Richard Gilder Center in New York eröffnet

von Laura Puttkamer
Das Atrium des Richard Gilder Centers stellt das Herzstück des neuen Lernzentrums dar. Foto: Iwan Baan / Richard Gilder Center
Das Atrium des Richard Gilder Centers stellt das Herzstück des neuen Lernzentrums dar. Foto: Iwan Baan / Richard Gilder Center

Das mit Spannung erwartete Richard Gilder Center for Science, Education and Innovation in New York wurde am 4. Mai 2023 feierlich eröffnet. Dabei handelt es sich um keinen typischen Anbau. Vielmehr bietet das Center am American Museum of Natural History spektakuläre Architektur, neue Ausstellungen und Unterrichtsräume der nächsten Generation. Mehr dazu hier.


Breites neues Bildungsangebot

Am 4. Mai 2023 wurde das Richard Gilder Center for Science, Education and Innovation in New York City eröffnet. Dieser Anbau am American Museum of Natural History überzeugt mit seiner spektakulären Architektur, die die Mission des Museums verkörpern soll. Denn laut Richard Gilder, dem 2020 verstorbenen US-amerikanischen Philanthropisten, besteht ein dringender Bedarf nach leichtem Zugang zu Bildung. Das nach ihm benannte Center im Herzen des Museums soll genau dies erfüllen. Mit Unterrichtsräumen, Ausstellungsgalerien und wissenschaftlichen Forschungs- und Sammlungseinrichtungen erhält das Museum mehr Raum für seine Arbeit.

An der feierlichen Eröffnung nahmen der Vorsitzende des Museumskuratoriums, New York Citys Bürgermeister und der Präsident des Museums teil. Außerdem waren Senatoren, Stadtratsmitglieder, Vertreter der Community und Treuhänder des Museums vor Ort. Auch Jeanne Gang vom Studio Gang, die das Richard Gilder Center entwarf, kam zur Veröffentlichung. Grundschulklassen aus Manhattan und der Bronx, die am Urban Advantage Programm teilnehmen, sowie Teilnehmende am Early Adventures Program des Museums waren ebenso Teil der Feierlichkeiten.

Dies repräsentiert die Bandbreite des neuen Bildungsangebots, das durch das Richard Gilder Center unterstützt und gefördert werden soll. Das Center stellt die umfangreichste Modernisierung von Unterrichtsräumen im Natural History Museum seit fast einem Jahrhundert dar. 18 neu gebaute oder renovierte Klassenzimmer gehören zu dem 230.000 Quadratmeter großen Projekt.

Die Öffnungen im Richard Gilder Center sollen verlockende Bilickwinkel schaffen. Bildquelle: Iwan Baan / Richard Gilder Center
Die Öffnungen im Richard Gilder Center sollen verlockende Bilickwinkel schaffen. Foto: Iwan Baan / Richard Gilder Center
Alvaro Keding/© AMNH
Die gewellte Fassade der Bildungseinrichtung besteht aus pinkem Milford-Granit.
A.Keding / © AMNH
Im Insektarium des Richard Gilder Centers hingen zur Eröffnung übergroße Bienenmodelle.

Der Bildungsauftrag des Richard Gilder Centers

Das feierlich eröffnete Richard Gilder Center besteht aus sechs oberirdischen Stockwerken und einem Untergeschoss. Vier der Stockwerke sind der Öffentlichkeit zugänglich. Sie haben eine organische Form mit vielen Löchern und Verbindungen, die 33 neue Konnektionen zwischen den Museumsgebäuden und dem Campus darstellen. Zudem ist ein neuer Eingang an der Westseite des Museums entstanden.

Mit dem Projekt möchte das Museum of Natural History seinen Bildungsauftrag besser umsetzen. Im Richard Gilder Center soll Neugier geweckt und zum Staunen eingeladen werden. Neue Exponate in auffallend gestalteten Räumen, neue Einrichtungen und Lehrveranstaltungen in der Nähe von Forschungssammlungen unterstreichen die zentrale Rolle naturhistorischer Sammlungen bei wissenschaftlichen Entdeckungen.

Diese Elemente gehören zum Richard Gilder Center:

  • Kenneth C. Griffin Exploration Atrium: Dieser fünf Stockwerke hohe öffentliche Raum dient als neuer Zugang zum Museum von der Columbus Avenue aus.
  • Susan and Peter J. Solomon Family Insectarium: Hier, im ersten Stock des Centers, finden sich große Modelle, 18 lebende Insektenarten und digitale interaktive Exponate.
  • Louis V. Gerstner, Jr. Collections Core: Das fünfstöckige Herzstück bietet Einblicke in funktionierende Sammlungen.
  • Sammlungen: Hinter raumhohen Exponaten auf drei Ebenen finden sich zum Beispiel die Macaulay Family Foundation Collection Galleries im ersten und zweiten Stock des Centers.
  • Davis Family Butterfly Vivarium: Diese Dauerausstellung in der zweiten Etage ist ganzjährig geöffnet und lädt Besucher dazu ein, bis zu 1.000 frei fliegende Schmetterlinge in einem üppigen, temperaturgeregelten Lebensraum zu beobachten.
Immersive Erlebnisse in den neuen Lernräumen sollen Besucher inspirieren und neue Verbindungen schaffen. Bildquelle: Iwan Baan / Richard Gilder Center
Immersive Erlebnisse in den neuen Lernräumen sollen Besucher inspirieren und neue Verbindungen schaffen. Foto: Iwan Baan / Richard Gilder Center

Multidisziplinäre Lern- und Begegnungsräume

Außerdem findet sich in dem neuen Center eine Ausstellung namens „Invisible Worlds“, die aus einem interaktiven 360-Grad-Erlebnis im dritten Stockwerk besteht. Hier werden die Netzwerke des Lebens auf der Erde in verschiedenen Maßstäben erforscht. Dies bietet die Möglichkeit, Netzwerke zu erkunden, die für das menschliche Auge zu klein, zu schnell oder zu langsam sind.

In einem eleganten neuen Lesesaal haben Museumsbesucher die Möglichkeit, den Ressourcen der Bibliothek so nah wie nie zuvor zu sein. Das multidisziplinäre Begegnungs- und Lernzentrum ist mit der David S. and Ruth L. Gottesman Research Library verbunden. Ebenso sind 18 moderne Unterrichtsräume, Lernlabore und Bildungsbereiche im Center zu finden. Ein Restaurant bietet Erfrischung an.

Mit jedem Eintritt in das Museum of Natural History ist auch der Zutritt zum Richard Gilder Center möglich. Einige Ausstellungen wie etwa Invisible Worlds und das Schmetterlings-Vivarium haben Extrakosten.

Übrigens: Mehr über das Richard Gilder Center lesen Sie auch im topos magazine.

Die Invisible Worlds Ausstellung im Richard Gilder Center macht Netzwerke auf der Erde für das menschliche Auge erkennbar. Bildquelle: Iwan Baan / Richard Gilder Center
Die Invisible Worlds Ausstellung im Richard Gilder Center macht Netzwerke auf der Erde für das menschliche Auge erkennbar. Foto: Iwan Baan / Richard Gilder Center

Moderne Architektur und historische Bildungseinrichtungen

Finanziert wurde der Anbau an das Museum von der Stadt New York, dem Staat und dem Senat. Außerdem haben mehrere Familien und Stiftungen gespendet, um das Richard Gilder Center möglich zu machen. Somit hat das American Museum of Natural History, das schon 1869 gegründet wurde, heute eine noch attraktivere Ausstattung. Es gehört zu den wichtigsten wissenschaftlichen, pädagogischen und kulturellen Einrichtungen in den USA und umfasst insgesamt über 40 ständige Ausstellungsräume.

Auch architektonisch ist das Richard Gilder Center bedeutend. Es zeigt, wie moderne Architektur den Auftrag historischer Bildungseinrichtungen unterstützen kann. Die Neugestaltung im Herzen des Museums wird auch Architekturfreunde anziehen. Darüber hinaus ist dank des Centers ein neuer, einladender Zugang zum Museum entstanden. Im Zuge der Arbeiten hat das Museum auch den angrenzenden Theodore Roosevelt Park mit einer neuen Landschaft und Sitzgelegenheiten aufgewertet. Die Hoffnung besteht, dass das Richard Gilder Center auch den Stadtraum der Umgebung positiv beeinflusst.

Noch eine Neueröffnung in New York: An der Fifth Avenue wurde mit dem Tiffany Flagship-Store vor kurzem ein historisches Gebäude in New York renoviert.

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