20.07.2022

Öffentlich

Neuvecelle: Gemeinde- und Schulzentrum

Bildungsbauten
PNG, Julien Boidot, Emilien Robin, Schulzentrum Neuvecelle, Foto: Clément Guillaume
Foto: Clément Guillaume

Die französische Gemeinde Neuvecelle liegt im Département Haute-Savoie und grenzt an das Südufer des Genfer Sees. Für das neue Schulzentrum des Ortes haben PNG Architekten Körnung und Bauformen der Umgebung aufgegriffen.

In der Gemeinde Neuvecelle wurde 2021 von dem Trio PNG, Julien Boidot und Emilien Robin das Gemeinde- und Schulzentrum fertiggestellt und dann direkt mit dem französischen Architekturpreis „Équerre d’Argent 2021“ ausgezeichnet. Auf dem Grundstück waren Schulgebäude ohne besonderen Denkmalwert vorhanden. Die Gebäude blieben zum großen Teil erhalten, wurden aber tiefgreifend umgebaut. Lediglich ein Anbau wurde vollständig entfernt.

PNG, Julien Boidot, Emilien Robin, Schulzentrum Neuvecelle, Foto: Clément Guillaume
Foto: Clément Guillaume
Foto: Clément Guillaume

Umfangreiches Raumprogramm auf begrenzter Fläche

Der Planungsauftrag umfasste den Bau mehrerer Gemeinschaftseinrichtungen: eines Kindergartens, einer Grundschule, einer Turnhalle, einer Bibliothek sowie einer Schulkantine. Durch das Raumprogramm war früh ersichtlich, dass ein großer Teil des Grundstücks bebaut werden muss.

Anstatt einen Bau zu entwerfen, der mit seiner Gestalt die Umgebung dominiert, entschieden sich die Architekten, die bestehenden Körnung und Bebauung des Umfeldes aufzugreifen. Sie entwickelten eine Gebäudetypologie, die eine Beziehung zu der bestehenden städtebaulichen Struktur herstellt und sich architektonisch wie topografisch in die Landschaft einfügt.

Foto: PNG
PNG, Julien Boidot, Emilien Robin, Schulzentrum Neuvecelle, Foto: Clément Guillaume
Foto: Clément Guillaume

Städtebauliche Strukturen werden auf dem Grundstück des Schulzentrums fortgesetzt

Die Anordnung der verschiedenen Gebäude auf dem Grundstück soll Wechselwirkungen zwischen den Nutzungen, den Außenbereichen, dem städtebaulichen Kontext und der Landschaft befördern. PNG nahmen die Ortsstruktur auf und integrierten ihr Projekt durch zahlreiche Zugänge. Jede Nutzung erhielt dabei ihren eigenen Zugang.
Darüber hinaus schufen sie multifunktionale Innenhöfe, die vor Wind und Wetter schützen. Unter den einzelnen Dachüberständen führt eine von Ost nach West verlaufende Hauptachse entlang, von der die Architektur als Gebäudelandschaft wahrgenommen werden kann.

Auf der Südseite des Grundstücks platzierten PNG Nutzungen mit Publikumsverkehr. Auch dadurch binden sie das neue Ensemble an den bestehenden öffentlichen Raum an. Turnhalle, Bibliothek, Vereinshaus und ein linearer Garten säumen nun die Hauptdurchgangsstraße der Gemeinde Neuvecelle.

Blick in einen Bibliotheksraum mit Holzdecke, PNG, Julien Boidot, Emilien Robin, Schulzentrum Neuvecelle, Foto: Clément Guillaume
Foto: Clément Guillaume
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Die insgesamt acht Gebäude des Komplexes liegen auf beiden Seiten des überdachten zentralen Erschließungsweges. Die verschiedenen Gebäude ähneln sich dabei in Größe und Gestaltung, aber auch bezüglich Dachneigungen, Farben und Öffnungen. Zugleich ähneln sie aber auch der Umgebungsarchitektur. Somit wird keine der Ergänzungen als maßstabsfremd wahrgenommen. Außerdem sind die Gebäude auf einem gemeinsamen Raster aufgebaut.

Unterschiedlich stark verglaste Bereiche lassen je nach gewünschter Privatsphäre ein wenig von ihrer Nutzung durchscheinen. Der zentral verlaufende Weg durchquert verschiedene Höfe und kann zugleich als Pausenhof genutzt werden. Die Kantine, die Turnhalle sowie die Bibliothek sind für die Kinder über diesen Weg in Verbindung mit einem einzigen Aufzug zugänglich. Die Anordnung von großen und kleinen Freiflächen ermöglicht unterschiedliche Blickwinkel auf die Landschaft sowie auf den Ort Neuvecelle. Das Gefälle des Grundstücks nutzten PNG, um Rutschen, Obstgärten, Sitzstufen und Terrassengärten anzulegen.

Blick in einen Raum mit dunkelblauen Wänden, Fußbden und Decke, mehrere hölzerne Tische und Stühle. PNG, Julien Boidot, Emilien Robin, Schulzentrum Neuvecelle, Foto: PNG
Foto: PNG
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Harmonische Einbindung der Materialität in die Topographie

Durch den abgestuften Einsatz der Materialien fügen sich die Gebäude harmonisch in die Topografie ein. Während die unteren Geschosse aus Beton bestehen, kommt in den oberen Geschossen überwiegend Holz zum Einsatz. Insbesondere bei der Turnhalle ist die Holzkonstruktion im Innenraum das gestaltprägende Element. Aluminium und Putz ergänzen die Materialpalette. Die silbergrau gedeckten Metalldächer bilden einen reizvollen Kontrast zu der überwiegend rötlichen Ziegeleindeckung in Neuvecelle.

Für ein Schulgebäude in Amsterdam bauten Atelier PRO ein ehemaliges Gefängnis um und erweiterten es zudem: British School of Amsterdam

Axonometrie in Grau eines Komplexes mit mehreren kleinen Gebäuden. Axonometrie, Zeichnung: PNG, Julien Boidto, Emilien Robin
Axonometrie, Zeichnung: PNG, Julien Boidto, Emilien Robin
Plan eines unregelmäßig geschnittenen, viereckigen Grundstücks mit mehreren Gebäuden, Linien der Gebäude in Rot. Zeichnung: PNG, Julien Boidto, Emilien Robin
Plan, Zeichnung: PNG, Julien Boidto, Emilien Robin
Aufriss eines Gebäudekomplexes mit roten Linien. Zeichnung: PNG, Julien Boidto, Emilien Robin
Aufriss, Zeichnung: PNG, Julien Boidto, Emilien Robin
Drei Gebäudeschnitte übereinander, mit roten Linien. Zeichnung: PNG, Julien Boidto, Emilien Robin
Schnitte, Zeichnung: PNG, Julien Boidto, Emilien Robin
Schnitte, Zeichnung: PNG, Julien Boidto, Emilien Robin
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