29.01.2020

Portrait

Na toll, und jetzt? Tab Collective

von Isa Fahrenholz

Das sind TAB Collective – der Name leitet sich von Therese and Boys ab. Bild: Richard Pobaschnig


Heute: TAB Collective

Gerade mit dem Studium fertig – oder in den letzten Zügen – und echt. keinen. Plan., wie es weitergehen soll? An diesem Punkt waren wir alle schon. Gewöhnt, immer ein Ziel vor Augen zu haben, macht sich jetzt ein großes Fragezeichen breit. Adieu Uni, hallo Zukunftsängste. Wir haben das Gegenmittel: Junge Büros und Arbeitnehmer, die ihren eigenen Weg gehen. Wir haben sie nach ihren größten Ängsten, Inspirationen und Erfolgen gefragt. Heute stellen wir vor: TAB Collective aus Wien. 

TAB Collective aus Wien besteht aus den vier Architekten Philippe Jans, Therese Leick, Charlie Rauchs und Wilhelm Scherübl Jr. Daher leitet sich auch der Name ab: Therese And Boys. Die Idee zu dem Kollektiv entstand, während die vier an ihrem ersten Projekt arbeiteten. Während sie sich einen Arbeitsplatz in einem Atelier teilten, entstand die Zusammenarbeit. Nun verbinden sie Architektur mit Kunst und Raum.

Euer größter Erfolg?
Anerkennung für das zu bekommen was einem Spaß macht und die zahlreichen Möglichkeiten, die sich daraus ergeben haben.

Welches Projekt hat Euch zuletzt sprachlos gemacht?
Therese: Der letzte Wanderurlaub
Wilhelm: Holly Herndon – Extreme Love
Philippe: Badboys 2 vor 17 Jahren

Was bricht Euch das Herz?
Wie sich der Horizont vieler Menschen trotz der Fortschritte nicht erweitert. Dass wir noch so weit entfernt von einer chancengleichen Gesellschaft leben, auch auf den Bereich der Architektur bezogen.

Was liebt Ihr am meisten an Eurer Tätigkeit?
Die zahlreichen Möglichkeiten, die sie bietet, verschiedensten Interessen nachzugehen und diese in diversen Medien anzuwenden und zu kommunizieren. Immer etwas Neues ausprobieren zu können.

„The golden Age of nothing“ ist ein dystopisches Konzept aus dem Jahr 2016.
Versammelt in einem Buch, zeigen 19 fiktionale Charaktere die neuen Narrative auf.
In der Dystopie hat sich Europa aufgelöst und neue Allianzen und Grenzen definieren das Territorium. © TAB - tabcollective.net

 

Eure größte Faszination?
Die Ideen, Entwicklungen der Menschheit. Der Mensch und seine Beschaffenheit.

Was hat Euch euren letzten Nervenzusammenbruch gekostet?
Die letzte österreichische Regierung.

ÖNORM B 5335 ist eine Tür, die nicht den Normen entspricht. Sie bezieht sich auf die Absurdität der Aussage des österreichischen Politiker Herbert Kickl (FPÖ), der am 21.01.2019 sagte: „Ich glaube immer noch, dass der Grundsatz gilt, dass das Recht der Politik zu folgen hat und nicht die Politik dem Recht.“
Der enge Eingang soll nicht nur diese Aussage reflektieren, sondern bezieht sich auf die Politik des Populismus, Nationalismus und der Engstirnigkeit im Inneren „Europa“. Bilder: Robert Bodnar

 

Wovor habt Ihr Angst?
Davor was Politik und Gesellschaft für Auswirkungen haben und was Machtgier und der Wunsch nach Kapital alles zerstören kann. Anstatt das Potential, das der Mensch hat, zu nutzen und sinnvoll im Interesse der Allgemeinheit anzuwenden.

Was ratet Ihr anderen jungen Architekten, die sich selbstständig machen wollen?
Einfach versuchen, das was einen interessiert in irgendeiner Weise umzusetzen, dann wird sich auch etwas daraus ergeben. Der Inhalt der Projekte soll im Vordergrund stehen und nicht das Finanzielle.
Wenn der Inhalt stimmt wird sich das wahrscheinlich ergeben. Unserer Ansicht nach ist es wichtig nicht in der Disziplin der Architektur hängen zu bleiben.

Die Baumeister Academy ist ein Praktikumsprojekt des Architekturmagazins Baumeister und wird unterstützt von GRAPHISOFT und der BAU 2019.

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