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Einer der großen Online-Trends ist das sogenannte „Crowdfunding“. Das hat was: Man stellt seine Idee online, die weisen Massen mögen diese – und finanzieren sie eben auch. Die Online-Plattform CrowdyHouse  wendet dieses Prinzip nun auf Design an. Und dass Design eine solche „gute Sache“ ist, da sind wir uns nun wirklich alle einig, oder? Aber wie funktioniert dieses „Prinzip geteilte Kosten“? Nun, der Designer stellt seinen Lampenentwurf oder seine Schreibtischvision auf CrowdyHouse vor. Der Kunde klickt, wenn er mag, den „found and order“-Button – und schon ist die Produktion in Auftrag gegeben. Im Prinzip. Denn letztlich produziert wird natürlich nur, wenn sich genügend Mitglieder der Crowd zum Funden bereit finden.

Der Designer bringt so schnell und unkompliziert eine Idee in die Welt. Aber auch Kunden profitieren, wenn das Ganze läuft. Denn ihnen bietet CrowdyHouse schlicht Design für wenig(er) Geld. Beworben wird das Ganze unter anderem mit dem Slogan „a fair profit for the designer and the best price for you“.

Zustande kommt der günstige Preis letztlich dadurch, dass es keine Zwischenhändler gibt. Das heißt: Der Designer bestimmt, was er anbietet, und wie viel er produziert. Da sich die Anfrage des Kunden an den Designer selbst richtet. Und der kalkuliert im Voraus, wie viele seiner Werke er minimal verkaufen muss, um die Produktionskosten niedrig zu halten.

Aha. Der Designer ist also „unabhängig“. Das Design gehört, Tatsache, dem Designer. Nicht irgendeiner Marke oder einem Shop. So weit, so klar. Und die Nachteile? Die entstehen für den User, wenn nicht genügend andere sein Wunsch-Objekt klicken. Denn dann geht das gewählte Objekt möglicherweise gar nicht in Produktion. Eine demokratische Wahl eben.

Dennoch hat das Bestell-Konzept viele Vorteile: Es gibt keine Überproduktion, also keine „Wegwerf-Design-Objekte“. Außerdem hängt der Kunde nicht in der Luft, ob sein Produkt hergestellt wird oder nicht. Denn auf der Website kann er nachvollziehen, wie oft das Produkt bereits „gefundet“ und „geordert“ wurde. Und wie viele Tage noch gezählt werden, bis der Hammer fällt. Wenn die Zeit dann um ist, gibt es ja noch andere Plattformen.

Mir gefällt neben dem „Fair-Konzept“ der Aufbau der Website. Denn CrowdyHouse arbeitet kundenorientiert: Der User loggt sich ein, schnell, via Email, Facebook oder Twitter, und klickt sich durch die Design-Angebote. Das gewünschte Objekt wählt er über den Button. Bilder zeigen das Design, und eine Beschreibung erklärt das Produkt in Worten – alles übersichtlich. Die Nähe zwischen Designern und Kunden – übrigens nach Unternehmensangaben häufig Architekten, Innenarchitekten, Design-Sammler und -Liebhaber – unterstreicht noch ein Statement des jeweiligen Designers, warum gerade Crowdfunding. Nach dem Prinzip: Kundenbeteiligung ist gleich Kundenbindung.

Und auch der Nachteil vom Online-Shopping, nämlich dass man das Objekt nur anhand von Bildern betrachten kann, entfällt fast. Denn auf der jeweiligen Produktseite findet man, zumindest meistens, eine Adresse, bei der das Objekt live betrachtet werden kann. Das ist dann zum Beispiel ein Prototyp. 
Die Idee für CrowdyHouse entstammt übrigens aus einer Debatte während der Design Week 2013 in Mailand – der Londoner Journalist Max Fraser sagte: „Ein Designer, der 100 Stücke über ein Label verkauft, kann denselben Gewinn mit zwei verkauften Stücken, die er selbst produziert hat, machen.“

In Kooperation mit lightlive