23.09.2022

Öffentlich
LAN
Benoit Jallon Umberto Napolitano
Bildungsbauten Spezial | Ziegel

Institut Léonard de Vinci in Nanterre

von Laura Puttkamer
Institut Léonard de Vinci in Nanterre © Charly Broyez
Institut Léonard de Vinci in Nanterre © Charly Broyez

Studio LAN hat in Nanterre, Frankreich, das Institut Léonard de Vinci für die örtliche Schule entworfen. Das eindrucksvolle Bauwerk liegt im Herzen des Stadtentwicklungsprojektes „Croissant“, nahe vom Grande Arche im La Défense Distrikt. Erfahren Sie hier mehr über das Projekt.

Léonard de Vinci – Das Schulgebäude von LAN

Das Architekturstudio LAN, gegründet von den Architekten Benoit Jallon und Umberto Napolitano, hat ein neues Schulgebäude für die Mittelschule Léonard de Vinci in Nanterre gebaut. Nicht zum ersten Mal haben die Architekten in einem dicht bebauten, städtischen Umfeld gearbeitet. Das neue Schulgebäude trägt dazu bei, die sehr heterogenen und zum Teil widersprüchlichen Elemente der Stadt zusammenzuführen. Es ist Teil des „Croissant“, einem Entwicklungsprogramm, das seit 2015 im La Défense Distrikt von Paris aktiv ist. Neue Metrostrationen, Wohngebäude, das Maurice Ravel Haus von Jacque Kalisz sowie die U Arena von Christian de Portzamparc umgeben die Schule.

Dieses ungewöhnliche, historisch gewachsene und saturierte Stadtumfeld stellte eine Herausforderung für die Architekten dar. Entsprechend haben sie eine Struktur gewählt, die auf verschiedenen Skalen einen Dialog mit der Stadt eingeht. Selbst aus der Ferne ist es leicht zu erkennen. Das Projekt wurde im November 2021 fertiggestellt. Es hat 16,86 Millionen Euro gekostet.

Institut Léonard de Vinci in Nanterre © Charly Broyez
Fotos © Charly Broyez
Institut Léonard de Vinci in Nanterre © Charly Broyez

Fusionierung der Stadt

Nanterre liegt in den westlichen Vorstädten von Paris und ist etwa 11 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Das Institut Léonard de Vinci befindet sich auf der großen Achse der Stadt, die das Louvre-Museum, die Tuilerien-Gärten und den Grande Archede La Défense miteinander verbindet. Diese Achse beginnt als Avenue des Champs-Élysées, wird dann zur Avenue de la Grande Armée, zu Charles de Gaulle und letztendlich zur Esplanade de La Défense.

Die Architekten von LAN beabsichtigen mit dem neuen Schulgebäude auf dem modernsten Abschnitt der Achse die verschiedenen architektonischen Stile entlang der Route miteinander zu fusionieren. Neben der Geschichte von Paris haben sie daher auch die Architektur von Nanterre selbst berücksichtigt. Dazu gehören etwa die Sozialwohnungsprojekte Égalité und Fraternité.

Institut Léonard de Vinci in Nanterre © Charly Broyez
Foto © Charly Broyez

Die geschwungene Fassade des Gebäudes verzichtet auf eine starre Modularität und folgt der D914-Straße. Statt auf ein klassisches Schulgebäude setzt LAN hier auf große Öffnungen, die einen Dialog mit dem bereits Vorhandenen schaffen sollen. Auf diese Weise möchten die Architekten die verschiedenen Fragmente der Stadt miteinander verbinden.
Das Schulgebäude Léonard de Vinci ist Teil der ersten Phase der Stadterneuerung von Nanterre, die von 2015 bis 2022 läuft.

Institut Léonard de Vinci in Nanterre © Charly Broyez
Fotos © Charly Broyez
Institut Léonard de Vinci in Nanterre © Charly Broyez

Unterstützung des Schullebens

Die Architekten von LAN wollten mit dem Schulgebäude sowohl von innen als auch von außen das Lernumfeld verbessern. Die Räume und die Routen im Gebäude sind dazu gedacht, die Interaktion zwischen Schülern, Lehrenden und weiteren Angestellten zu erleichtern. Zudem wünschen sich die Architekten, dass die simplen, klaren Flächen und Linien das akademische Leben stimulieren. Dazu gehören zum Beispiel große Fenster, die dem ganzen Schulgebäude einen mutigen, kühnen Anblick geben. Zudem stellen die Fenster eine Verbindung zur Außenwelt dar. Passaierende können einen Blick in die Schule werfen, während die Schüler einen Panorama-Ausblick erhalten.

Institut Léonard de Vinci in Nanterre © Charly Broyez
Foto © Charly Broyez

Auch die Innenräume des Schulgebäudes Léonard de Vinci sind mit der Idee gestaltet, Interaktionen zu fördern und Verknüpfungen zu schaffen. Die hohen Klassenräume mit Computerstationen lassen die Schule die Form eines vertikalen Campus annehmen. Der leere Raum gibt ein Gefühl der Agora. Die Räume sind durch begehbare Terrassen erweitert, die Blicke auf die Stadt ermöglichen und als Begegnungsort dienen.

Auch im Französischen Département Haute-Savoie am Genfer See wurde ein neues Schulzentrum gebaut. Lesen Sie hier mehr dazu: Neuvecelle Schulzentrum.

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