07.09.2023

Gewerbe

IGESA: Vom Militärhospital zum Security-Hub

Bauen im Bestand Beton
Boman architectes haben auf der Air Base 217 ein Militärhospital zu einem Security Hub umgebaut. Mit dabei auch ein „Raum der Geheimnisse“. Foto: © Antoine Séguin
Boman architectes haben auf der Air Base 217 ein Militärhospital zu einem Security Hub umgebaut. Mit dabei auch ein „Raum der Geheimnisse“. Foto: © Antoine Séguin

Durch den Umbau des ehemaligen französischen Militärhospitals IGESA wurden die rohen Strukturen freigelegt, die Geschichte so spürbar. Damit verwirklichten Boman Architectes ihren Anspruch, die Vergangenheit mit der Zukunft zu verbinden.


Vom Hospital zum Hub

Boman Architectes sind ein Paris-stämmiges Architekturbüro mit einem weiteren Sitz in Nantes. Es wurde 2017 von Claire Borgès-Maunoury und Laurent Lustigman gegründet. Seither realisiert das Büro Projekte verschiedenster Größenordnungen.

Von kleinen Sportanlagen bis hin zu Sanierungen historischer Gebäude, von der Neugestaltung von Industriearealen bis zu temporären Installationen. So verwundert es nicht, dass sie den Zuschlag zur Adaptierung des Militärhospitals bekommen haben.

Foto: Antoine Seguin
Foto: Antoine Seguin
Das ehemalige Militärhospiz ist nach dem Umbau nicht mehr als solches erkennbar.

Air Base 217 renoviert

Das Gelände diente den Architekten als Basis für eine digitale Transformation. Die Anforderung, ein dynamisches Zentrum für Smart Specialization Strategies-Firmen zu kreieren, resultierte in der Adaption des Gebäudes auf der Air Base 217. Das Gebäude stammt aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und wurde sorgfältig renoviert. So erhielt das Militärhospital von Boman Architectes eine innenliegende Dämmung aus Holzwolle, um die originale Fassade erhalten zu können.

Foto: © Boman architectes
Foto: © Boman architectes
Wichtig war Boman Architectes, dass die ursprüngliche Fassade beim Umbau erhalten bleibt.

Identität des Ortes

Für die Nutzung als Büroräume wurden große Panzerglas-Fenster eingebaut, die außen mit grünem Stoff verschattet werden können. Im Inneren wurden nur wenige Eingriffe gemacht. Die freigelegte Betonstruktur wurde ebenso roh belassen wie die notwendige Gebäudetechnik.

Durch die Sichtbarkeit der Infrastruktur soll eine dem Ort spezifische Ornamentik entstehen. Die Gebäudekonstruktion selbst wurde nur in geringem Ausmaß verändert, so soll die ursprüngliche Identität des Ortes erhalten bleiben.

Foto: © Antoine Seguin
Fotos: © Antoine Seguin
Sicherheit steht auch beim sanierten IGESA hoch im Kurs: Panzerglas schützt alle Fensterflächen.
Foto: © Antoine Seguin
Auch die Farbe Grün ist ein wiederkehrendes Element bei der Renovierung – nicht nur bei den Fensterläden.
Foto: © Antoine Seguin
Fotos: © Antoine Seguin
Monolithisch stehen die Betonbalken in den Räumen von IGESA, die die Konstruktion verstärken.
Foto: © Antoine Seguin
Der Aufzug ist mit einem helleren Grün markiert als die restlichen Betonwände.

Höchste Flexibilität im Bestandsbau

Im Bereich der originalen Wendeltreppe befindet sich nun der neue Eingangsbereich. Von dort aus gelangt man in die beiden Bürogeschosse und zum Besprechungsraum im Erdgeschoss. Letzterer ist von der Eingangshalle durch eine Holzwand abgetrennt.

Die Türen sind in derselben Oberflächenoptik wie die Wand ausgebildet, die auf diese Weise monolithisch erscheint. Für die Flexibilität wurden zusätzlich Akustikvorhänge in den Besprechungsraum eingearbeitet. So können entweder 100 Personen gleichzeitig Raum finden, oder man kann bis zu drei separate Bereiche schaffen.

Foto: © Antoine Seguin
Fotos: © Antoine Seguin
Ein großer Besprechungsraum kann durch Akustikvorhänge in drei geteilt werden.
Foto: © Antoine Seguin
Die auffällige Wendeltreppe befindet sich im Originalzustand.

„Raum der Geheimnisse“

Im oberen Geschoss des ehemaligen Militärhospitals befindet sich der gesicherte Büro-Trakt des Zentrums. Außerdem ist hier auch der sogenannte „Raum der Geheimnisse“ untergebracht. Dabei handelt es sich um eine Holzkonstruktion, die außen mit Stahlpaneele verkleidet und innen mit einem Holzraster strukturiert ist. Die Decke innen ist hell erleuchtet.

Foto: © Antoine Seguin
Fotos: © Antoine Seguin
Der „Raum der Geheimnisse“ in ersten Geschoss hebt sich stark vom Erdgeschoss ab, der weniger an einen Bestandsbau erinnert.
Foto: © Antoine Seguin
Holz spielt eine tragende Rolle, während die grüne Farbpalette mit dem Boden aufgegriffen wird.

Vergangenheit trifft Zukunft

Außen ist klar ablesbar, dass es sich hier im eine Addition zum historischen Gebäude handelt. Es steht symbolisch für die neue Funktion des Militärhospitals und seinem zukunftsgewandten Raumprogramm. Angelehnt ist der „Raum der Geheimnisse“ an die Raketenstarträume des 20. Jahrhunderts. So wohnt dem Areal der Air Base 217 auch jetzt noch ein Stück Geheimniskrämerei und ein Flair von Top Secret inne.

Ebenfalls behutsam mit dem Bestand umgegangen sind Buchner Bründler Architekten beim Umbau der alten Remise in Basel.

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