Entdecke Wien: Wohnprojekt Gleis 21

Während Ihres Praktikums bei Alles Wird Gut Architekten in Wien schreibt Academy Gewinnerin Franzisca monatlich über besondere Wohnkonzepte in ihrer neuen Heimatstadt. Diese können sozial, ökologisch oder wirtschaftlich nachhaltig sein. Das fünfte Projekt Ihrer Serie ist das Wohnprojekt Wohnprojekt Gleis 21 von dem Architekturbüro einszueins

Das Sonnwendviertel befindet sich südlich vom Wiener Hauptbahnhof und verbindet den 10. Bezirk mit dem innerstädtischen Raum. Früher war dieses Gebiet Teil des Frachtbahnhofs, heute entsteht hier ein neuer Lebensraum. Bis 2025 sollen hier 13.000 Menschen leben und 20.000 Menschen arbeiten – ein Großteil des Viertels wurde bereits fertiggestellt. 

“Gemeinsam Weichen stellen.”

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Die außenliegenden Treppenhäuser.
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Der halböffentliche Laubengang soll Begegnung und Kommunikation fördern.

Mitten im Sonnwendviertel befindet sich das erst im Sommer 2019 fertiggestellte „Wohnprojekt Gleis 21“. Schon von Weitem sticht das Projekt ins Auge, da sich die Holzfassade klar von seinen Nachbarn abhebt. Der Vorsatz nachhaltig zu leben wird auch in Form eines konstruktiven Holzbaus umgesetzt. 

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Die Bewohner und das Architekturbüro einszueins erarbeiteten gemeinsam den Entwurf. Das Gebäude soll eine Heimat für Paare, Singles, Eltern, Kinder, Junge und Ältere, und Menschen mit Migrationshintergrund bieten. Der Hybridbau umfasst circa 4.000 Quadratmeter, 34 Wohnungen und etliche Sondernutzungen in der Erdgeschosszone und am Dach.

Das Dorf in der Stadt

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In den unteren Geschossen befinden sich unter anderem die Musikschule und die Waschküche.
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Die Privatbalkone der Bewohner bieten einen Rückzugsort.

Das Wiener Architekturbüro einszueins plante schon einige Partizipationsprojekte – auch bei diesem Projekt stand der Austausch mit den Bewohnern an erster Stelle. Werte, Wünsche und Wohnvorstellungen wurden Monate lang ausgetauscht, um dem  gemeinsamen Traum eines neuen Zuhauses näher zu kommen. Die Vision des Wohnprojektes ist das „andere“ Wohnen. Eine Form von Wohnen, das alle Bewohner aktiv mitgestalten. Ein wichtiger Punkt ist dabei die Wertschätzung und Zusammengehörigkeit der Menschen untereinander. Es soll ein nachhaltiges Leben entstehen, in der soziale Begegnungen und Solidarität nach innen und nach außen maßgeblich sind. Das Gleis 21 macht sich stark für Aktivitäten und Angebote in dem Quartier, will Menschen zusammen bringen und somit das Gräzl zu einem lebendigeren Ort machen. Die Erdgeschosszone soll in Zukunft als Treffpunkt dienen und beherbergt deshalb unteranderem ein Kino, eine Kleinkunstbühne, eine Medienwerkstatt in der Kurse zu Weiterbildung im Online-, Audio- und Videobereich angeboten werden, sowie Sprachkurse, die Bürger aus der EU und Geflüchteten dienen sollen, sich leichter in unserer Gesellschaft zu integrieren.

Gut Ding braucht Weile 

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Das Regal soll dem Gräzl einen Informationsstandort liefern. Auch Bücher können dort ausgetauscht werden.

Es ist ein schöner, sonniger Sonntagnachmittag, einige Familien mit Kinderwägen und Laufrädern spazieren durch die Straßen, ansonsten tut sich nicht viel. 

Wie auch in anderen neuen Stadtviertel, habe ich auch hier – zwischen all den neuen Fassaden – das Gefühl mitten in einem Rendering zu stecken. Auch hier dominiert hier der Eindruck von noch nicht bezogenen Wohnungen und leer stehenden Erdgeschosszonen. Plakate an den Fassaden verraten, dass noch der passende Mieter für das Restaurant im Erdgeschoss gesucht wird. Nach dem Motto „G’scheit Genießen“ in Zukunft für die Bewohner des Gräzl frisches saisonales und regionales Essen auftischen soll.

Alle Bilder: Franzisca Rainalter

Die Baumeister Academy ist ein Praktikumsprojekt des Architekturmagazins Baumeister und wird unterstützt von GRAPHISOFT und der BAU 2019.