23.10.2021

Architektur Öffentlich

Botanischer Garten Meise: neues Empfangsgebäude

von Arian Schlichenmayer
Das neue Empfangsgebäude

Das neue Empfangsgebäude des Botanischen Gartens Meise. Foto: Stijn Bollaert

Der Botanische Garten der nordwestlich von Brüssel gelegenen Gemeinde Meise ist mit seinen circa 92 Hektar Fläche einer der größten der Welt. Während der erzwungenen Pandemiepause wurde er umfangreich renoviert und mit einem neuen Empfangsgebäude ausgestattet.

Das neue Empfangsgebäude des Botanischen Gartens Meise. Foto: Stijn Bollaert

Neues Empfangsgebäude von NU achtiectuuratelier in Gent

18.000 Pflanzenarten leben im Botanischen Garten Meise, deren Kultivierung erfolgt jeweils zur Hälfte in Gewächshäusern und im Freiland. Hinzu kommen über drei Millionen Pflanzenproben, die im Herbarium des Gartens archiviert sind. Neben dem Schloss Bouchout aus dem 12. Jahrhundert, über dessen Liegenschaft sich der Botanische Garten erstreckt, befinden sich mit dem viktorianischen Balat-Gewächshaus und der Orangerie zwei weitere Gebäudehighlights auf dem Gelände. Jetzt ganz neu hinzugekommen: das neue Empfangsgebäude des Gartens.

Das neue Empfangsgebäude des Plantentuin Meise, wie der Botanische Garten auf Niederländisch heißt, wurde vom belgischen Architekturbüro NU architectuuratelier entworfen und basiert auf T-förmigen Tragstrukturen aus Beton, die eine Überdachung aus Holz stützen. Das in einheitlicher Formensprache gestaltete Vordach geht dabei nahtlos in den eigentlichen Gebäudekörper über.

Foto: Stijn Bollaert
Foto: Stijn Bollaert
Foto: Stijn Bollaert
Foto: Stijn Bollaert
Foto: Stijn Bollaert

Einen Kontrast zur Umgebung wollen die Architekten folglich durch die horizontalbetonte Architektur schaffen. Sie versteht sich als Gegenpol zu den vertikalen Linien, die die Bäume und das Herbariumsgebäude in unmittelbarer Nähe vorgeben. Präsent, und durch die massiven Betonträger mit Entschlossenheit dastehend, fügt es sich dennoch der bestehenden Landschaft. Einen erheblichen Beitrag hierzu leistet das Holzdach. Optisch scheint es minimal über den Betonsäulen zu schweben und gibt auch im Inneren des Gebäudes von unten den Blick auf seinen farblich naturbelassenen Balkenaufbau.

Schnitt, Plangrafik: NU architectuuratelier
Lageplan, Plangrafik: NU architectuuratelier
Grundriss, Plangrafik: NU architectuuratelier

Multifunktional und reduziert

Ebenso wie die Holzstrukturen des Daches findet auch das betönerne Tragwerk im Inneren des Gebäudes seine konsequente Fortsetzung. Dieses wird in den Räumlichkeiten gestalterisch integriert. Die Handschrift zeichnet sich dabei durch Reduktion und Vereinfachung aus. Das neue Empfangsgebäude des Botanischen Garten Meise kommt jedoch vielfältig zum Einsatz. Neben der Rezeption und der Ticketschalter finden sich hier auch ein Gartenladen, eine kleine Gastronomie und ein Multifunktionssaal. Aber auch Gästezimmer, Büros und die Wohneinheiten der Hausmeister sind dort angedacht. Ein weiterer Teil des Renovierungsprojektes im Botanischen Garten Meise ist die Restaurierung und Umgestaltung eines ehemaligen flämischen Bahnhofs auf dem Gelände.

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