29.08.2022

Hotel
Pedevilla Architects
Beton

Atto Suites Innichen: Raue Schale, behaglicher Kern

von Claudia Fuchs
Außenansicht eines Gebäudes mit dunkellilaner Fassade aus Beton, davor eine abgetreppte Terrasse mit hölzernen Tischen und Stühlen. Pedevilla Architects, Atto Suites Innichen, Foto: Montamont
Pedevilla Architects, Atto Suites Innichen, Foto: Montamont

Südtiroler Gemütlichkeit in konsequent puristischer Interpretation. Im Ortskern von Innichen haben Pedevilla Architects mit den Atto Suites ein edles Gästehaus entworfen. Der dunkelviolette monolithische Leichtbetonbau bietet großzügige Apartments mit behaglichem Interieur.

Nachhaltigkeit und regionale Verwurzelung – Atto Suits Innichen

Ankommen und aufatmen – in zunehmend heißen Sommern bekommt die klassische Sommerfrische neue Aktualität. Wer aus dem hitzeflirrenden Südtiroler Unterland ins Hochpustertal fährt, weiß die moderaten Temperaturen und die nächtliche kühle Brise aus den Bergen zu schätzen. So ist das Alpenstädtchen Innichen als Ferienziel im Sommer insbesondere bei italienischen Familien beliebt, während im Frühjahr und Herbst Wanderer und Biker die großartige Landschaft der nördlichen Dolomiten erkunden und im Winter das reizvolle Skigebiet Drei Zinnen lockt.

Doch auch der Ort selbst hat viel zu bieten, baukulturelle Schätze wie die romanische Stiftskirche, Traditionsgasthäuser, Cafés und Spezialitätenläden. Und seit Kurzem auch eine architektonisch herausragende Unterkunft mitten im Ortskern: die „Atto Suites“. Mit dem Gästehaus wagt der junge Hotelier Stephan Mühlmann Neues und verbindet Traditionsbewusstsein mit dem Puls der Zeit. Die Apartments ergänzen das Naturhotel Leitlhof, das er 2018 von seinen Eltern übernommen hat, und entwickelt das Thema Nachhaltigkeit und regionale Verwurzelung weiter – beginnend beim Standort. Denn der Neubau ersetzt eine leerstehende Bäckerei und belebt das Zentrum mit einem öffentlichen Restaurant und großer Terrasse.

Pedevilla Architects, Atto Suites Innichen, Foto: Montamont
Foto: Montamont
Blick auf ein Fenster mit Aussicht auf ein Bergpanorama. Pedevilla Architects, Atto Suites Innichen, Foto: Montamont
Foto: Montamont

Monolithische Leichtbetonfassade, puristisches Holzinterieur

In enger Zusammenarbeit mit Pedevilla Architects ist ein besonderes und kraftvolles Haus mit hohem architektonischen Anspruch entstanden, authentisch, mit klaren Linien, konsequent bis ins Detail bis hin zum eigens entworfenen Mobiliar. Auf den ersten Blick erscheint der dunkelviolette Sichtbetonbau der Atto Suites spröde und rau – ein Monolith im wörtlichen Sinn, aus durchgefärbtem Leichtbeton, der Robustheit und Solidität ausstrahlt.

Die monolithischen, sortenreinen Fassaden aus 45 cm starkem Sichtbeton ohne jegliche zusätzliche Wärmedämmung oder Vorsatzschale sind in beeindruckender Qualität ausgeführt. Der Farbton – mittels Porphyr-Zuschlägen realisiert – ist eine Referenz an die groben Steine, die der Sextner Bach mitführt und die sich in Sockeln sowie Mauern der historischen Bauten Innichens finden. In den Loggien blitzt helles Fichtenholz hervor, ebenso aus dem Restaurant, zu dem einige Stufen abwärts führen. Hier wie in der Suite im Dachgeschoss sind Wände und Decken mit Fichtenholz ausgekleidet, das Lochmuster lässt dieses „Futteral“ fast textilartig erscheinen. Die Aussparungen in den Decken dienen auch der Akustik: Im Restaurant sind sie mit Schafwolle hinterlegt, im Dach mit Hanfdämmung.

Mit ihren samtigen Oberflächen verleiht die gebürstete, weiß lasierte Fichte den Innenräumen warme Behaglichkeit. Die Hölzer bekleiden Decke, Wände sowie Boden mit exakt abgestimmten Fugen. Alle Einbauten sind optisch nahtlos und handwerklich perfekt in die Wandbekleidung integriert. Ein Teil des Holzes kommt aus den eigenen Wäldern und wurde vom Bauherrn der Atto Suites selbst geschlagen. Für die bewitterten Flächen im Außenbereich wurde unbehandeltes Zirbenholz verwendet, das dem Gebirgsklima widersteht und zudem einen wundervollen Duft ausströmt.

Pedevilla Architects, Atto Suites Innichen, Foto: Montamont
Foto: Montamont
Pedevilla Architects, Atto Suites Innichen, Foto: Montamont
Foto: Montamont
Pedevilla Architects, Atto Suites Innichen, Foto: Montamont
Foto: Montamont
Pedevilla Architects, Atto Suites Innichen, Foto: Montamont
Foto: Montamont

Warmer Farbakzent in den Atto Suites

Akzente im puristischen Holzinterieur der Dachsuite setzt das monochrome Dunkelviolett der Badezimmer, das die Fassadenfarbe aufgreift. Der warme Ton überzieht auch die Decken und Wände der Ebenen darunter und vermittelt in den Apartments mit zwei Schlafzimmern und offenem Koch- und Wohnbereich Geborgenheit bei gleichzeitiger Transparenz nach allen Seiten. Durch die raumhohen Fenster und die große Loggia hat man stets das Bergpanorama im Blick. Am schönsten ist die Aussicht natürlich in der Dachsuite – im lichtdurchfluteten, offenen Raum und auf der geschützten Dachterrasse sind die schroffen Gipfel des Haunold ebenso präsent wie die Kirchtürme.

Pedevilla Architects, Atto Suites Innichen, Foto: Claudia Fuchs
Foto: Claudia Fuchs
Pedevilla Architects, Atto Suites Innichen, Foto: Claudia Fuchs
Foto: Claudia Fuchs

Nachhaltigkeit mit hohem Anspruch

Man spürt im ganzen Haus der Atto Suites die Authentizität der Materialien, ebenso wie die Wertschätzung regionaler Produkte. Das prägt auch die Küche des hauseigenen Restaurants, das eine kleine, feine „farm-to-table“-Karte bietet. Im Mittelpunkt steht das Fleisch der Angus-Rinder, die Stephan Mühlmann mit Leidenschaft züchtet, und auch Gemüse sowie Früchte kommen großteils vom hoteleigenem Hof und Bauernhöfen aus der Region.

Die Atto Suites verstehen sich als Apartments im Premiumsegment für den individuellen Urlaub, verbunden mit den Annehmlichkeiten des Stammhauses. Die Gäste können selbstverständlich die Angebote des Leitlhofs nutzen, das Aktivprogramm mit Wanderungen und Radtouren ebenso wie den Wellnessbereich. Und das mit gutem Gewissen, denn der Leitlhof ist energieautark und gewinnt Strom und Wärme aus dem hauseigenen Hackschnitzel-Kraftwerk.

Der Neubau eines Kindergartens sowie Gemeindezentrums in London von Dyvik Kahlen Architects fällt durch seine spielerischen Details auf. Zudem setzt er sich mit einem Gewand aus Glasfaser-Platten gezielt von der Backsteinarchitektur der Umgebung ab. Mehr zu dem Gebäude erfahren Sie hier.

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