28.09.2016

Öffentlich

Abwarten und Tee trinken

von Sophie Charlotte Hoffmann

Hexham, Arbeia, Vindolanda, Senhouse, Walton Crags, Birdoswald und Carlise Castle. Sieben Gemeinden, eine Gemeinsamkeit: Der Hadrianswall, ein römisches Grenzbefestigungssystem aus dem 2. Jahrhundert n. Chr., verbindet die geschichtsträchtigen Orte miteinander. Mit rund 1.175 Kilometern verläuft die Wallanlage nahe der Grenze von Schottland und England und gilt als eines der wichtigsten Denkmäler der Römer in Großbritannien.

Diesen Sommer wurde der Weg durch ein mobiles Teehaus zu neuem Leben erweckt, nach dem Motto: abwarten und Tee trinken. Die Architekten Matthew Butcher, Kieran Wardle und Owain Williams entwickelten im Rahmen eines vom Hexham Book Festival ausgelobten Wettbewerbs die temporäre Installation „The Mansio“, ein Aufenthaltsort, an dem die Öffentlichkeit mit zeitgenössischer Kunst, Literatur und Videokunst in Berührung kommt.

In den vergangenen Monaten reiste die Struktur, die einer klassischen, römischen Mansio und den Industrieanlagen Nordenglands ähnelt, entlang des Hadrianswall und bespielte die angrenzenden Städtchen. Auf 17,5 Quadratmeter Fläche fanden Ausstellungen, Lesungen sowie Workshops statt. Der Körper ist aus einem Stahlgerüst geformt, mit Polycarbonat verkleidet und aus vier verschiedenen Elementen zusammengesetzt: Einem kleinen, zur Hälfte überdachten Innenhof, einem Aufenthaltsraum mit einer aufklappbaren Front, der vor allem dem Teetrinken (very british) und der Betrachtung der Landschaft vorbehalten ist, einem komplett geschlossenen Mini-Kinosaal und einem Turm mit „Hier bin ich“-Effekt. Je nach Wetterlage verändert sich die Optik des transluzenten Gebildes: Bei Sonnenschein ist der Raum lichtdurchflutet, bei Regen wirkt das Konstrukt geschlossen und introvertiert.

Scroll to Top