Zug, Hotel City Garden

Im Januar dieses Jahres wurde es eröffnet, doch vielleicht ist es schon in zwölf Jahren verschwunden: Das Hotel City Garden in Zug steht auf einer Parzelle, die einem geplanten Stadttunnel zum Opfer fallen könnte. Schnell und demontierbar bauen hiess daher die Devise, und so entschied sich das Zürcher Architekturbüro em2n für eine präfabrizierte Holzkonstruktion, durch welche sich die Bauzeit auf neun Monate reduzieren liess. Von aussen ist das Material indes nicht zu spüren: Die Fassaden bestehen aus poliertem Chromstahl und Glas, und das kann man als Reverenz an die Metallwarenfabrik Zug verstehen, die hier, in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs, ihr Produktionsareal besass. Als Nachfolgerin ist die Metall Zug AG auch in anderen Geschäftsfeldern tätig – sie betreibt das Einkaufszentrum «Metalli» ebenso wie das benachbarte Parkhotel Zug.

Als Dependance des Parkhotels richtet sich das im oberen Viersterne-Bereich angesiedelte Hotel City Garden mit seinen 82 Zimmern primär an Geschäftsreisende und Kongresstouristen. Daher liegt es auch nicht am See oder in der Altstadt, sondern in Sichtweite zum Bahnhof und in der Nähe all jener gesichtslosen Verwaltungsgebäude, welche das Bild der heutigen Stadt prägen. Immerhin, die Hälfte der Zimmer ist zum rückwärtigen Hang hin orientiert, der dem Hotel seinen Namen gegeben hat. Die modulare Bauweise führte zu einer klaren Anordnung: Vier Geschosse mit Mittelkorridor, an den sich beidseitig die Boxen der Zimmer reihen. Durch leichte Abdrehung entsteht eine fischgrätförmige Struktur, welche den Korridoren ihre Monotonie nimmt und besonders am Äusseren zur Belebung des aufgrund der Spiegelungen sich nachgerade entmaterialisierenden Volumens beiträgt.

Rezeption, Lounge, Bar und Restaurant (der Name «CU» verschwindet hoffentlich früher als das Hotel) sind im Erdgeschoss der südlichen Gebäudestirn zu einem Raumensemble zusammengefasst. Dunkle Farbtöne beherrschen das Interieur, bei dem EM2N mit dem Zürcher Innenarchitekturbüro Ida14 (Carsten Schmidt) zusammenarbeitete; das Loungemobiliar mit seinen schimmernden Bezügen wurde eigens entworfen. Ob Einheimische den Weg hierher finden, sei dahingestellt, aber zumindest ist – nicht zuletzt dank geschickter Lichtregie – eine Stimmung entstanden, die von der in üblichen Businesshotels abweicht. Tagsüber wirkt das Innere allerdings relativ dunkel, was sich besonders morgens bemerkbar macht, wenn die Bar zum Frühstücksbuffet umgewidmet ist. In den Zimmern mit ihrer angenehmen Raumhöhe von 2,70 Metern fallen die hohen Betten auf, deren Rückwand farbkräftige Stoffe mit abstrahierten Blütenmotiven des St.Galler Textilunternehmens Jakob Schlaepfer bilden. Eine Spezialität stellen darüber hinaus die theken- oder altarähnlich wirkenden Waschtische mit ihren überdimensionalen Spiegeln dar, die als Raumteiler den Schlafbereich von den beiden farbig ausgestalteten Nasszellen trennen. Schade nur, dass sich in den Zimmern der Kontakt zur Aussenwelt auf das Optische beschränkt. Denn öffnen lässt sich nur ein schmaler, mit perforiertem Blech verkleideter Lüftungsschlitz.

Adresse

Hotel City Garden Zug
Metallstrasse 20
6300 Zug Schweiz
www.citygarden.ch