Bukarest, Hotel Rembrandt

Der Name des Hoteliers ist eng mit dem des Viertels verbunden. Vor zehn Jahren gehörte der Niederländer Jerry van Schaik zu den wenigen, die an die enormen Entwicklungsmöglichkeiten des maroden Bukarester Altstadtviertels Lipscani glaubten. Er begann sich für seinen Auf- und Umbau zu engagieren. Als erste Tat eröffnete er das Bistro Amsterdam, das schnell bekannt und beliebt wurde und Maßstäbe für andere neue Gaststätten im Quartier setzte. Schließlich sahen auch die Stadtväter das Potenzial des Karrees, so ist es seit etwa fünf Jahren autofrei. Inzwischen hat sich Lipscani rapide vom Studentenquartier mit zahlreichen Kneipen und günstigen Bierpreisen, alternativen Läden für Punkausstattung und Tattoo-Shops zum aufstrebenden Ausgeh- und Einkaufsviertel für Einheimische und Touristen gewandelt.

Genau hier liegt auch das Hotel Rembrandt. Herr van Schaik hatte ein schmales hohes Jugendstilgebäude aus dem Jahr 1925 erworben, sorgfältig renoviert und konnte es 2005 für die ersten Gäste öffnen. Heute ist es schwierig, in dem gut laufenden Etablissement ein Bett zu ergattern. Teilweise auch deshalb, weil es auf den sieben Stockwerken nur 16 Zimmer gibt. Das denkmalgeschützte Haus strahlt den Charme einer alteingesessenen Bukarester Institution aus, so als wäre es schon immer dort gewesen. Denn glücklicherweise behielt es seine Jugendstilfassade mit den glänzenden Messingprofilen, viele der alten Fenster, im Inneren das enge Treppenhaus, sogar den Lift und das Parkett. Im Gegensatz dazu lassen die meisten anderen der so genannten Sanierungen in Bukarest von den Altbauten nichts mehr übrig.

In den Zimmern findet man auch keine der üblichen Hotelausstattungen, sondern wird angenehm überrascht von ihrer erholsamen, wohnlichen Atmosphäre. Es gibt eigens hergestellte eichene Schränke, Tisch, Bett und Stuhl aus Eichenholz, dazu zwei Ledersessel und ein paar Jugendstillampen aus dem Antiquitätengeschäft, die für eine sanfte Beleuchtung sorgen. Die Einrichtung trifft die richtige Balance: Das Zimmer wirkt weder voll gestellt, noch entsteht eine unangenehme Leere. Das Geheimnis ist, dass der Hotelier in einem Antiquitätenhändler und Möbelschreiner aus der Region einen idealen Partner gefunden hat, dessen solide Handwerkskunst viel zur Atmosphäre beiträgt. Dazu macht eine regionale Künstlerin das Trio komplett – ihre kleinen abstrakten Gemälde bringen sparsam verteilte Farbtupfer auf die Wände. Das Bad ist schlicht weiß ausgestattet, erdverbunden gibt sich nur eine honigfarbene Natursteinwand an der Stirnseite. Und schließlich steigt man in die weiße gestärkte Leinenbettwäsche, und das Wohnwohlgefühl ist perfekt.

Doch damit gibt sich der unermüdliche Herr van Schaik nicht zufrieden, sein Feldzug für ein schöneres Lipscani geht weiter. Erst vor wenigen Monaten kam ein weiteres Glanzstück dazu: Direkt neben dem Hotel eröffnete das Café Van Gogh – auch dies ist ein schön renovierter Jugendstilsaal, der auf jeden Fall eine Kaffeepause wert ist.

Adresse

Rembrandt Hotel Bucharest
11 Smardan street
Bucharest, Romania
www.rembrandt.ro