21.10.2023

Öffentlich

Wimbledons neue Tennisarena von Hopkins Architects

Holz
Eine neue Trainingshalle vervollständigt das Wimbledon-Gelände des AELTC. Foto: © Airey Spaces
Eine neue Trainingshalle vervollständigt das Wimbledon-Gelände des AELTC. Foto: © Airey Spaces

Das britische Architekturbüro Hopkins Architects mit Sitz in London hat eine innovative, multifunktionale Tennisarena mit einem wellenförmigen, holzgedeckten Dach für das Areal von All England Lawn Tennis and Croquet Club (AELTC) in Wimbledon gebaut. Das Sportquartier Wimbledon liegt im Bezirk London Borough of Merton in Greater London im Stadtzentrum der Millionenmetropole nahe einem Wohngebiet. Wimbledon SW 19 ist als Austragungsort der Wimbledon Championships weltberühmt.


Der Wimbledon-Kosmos

Das jährliche Tennisturnier in London, der Wimbledon Championship, ist der älteste und prestigeträchtigste Wettkampf in der Tenniswelt. Es ist eines der vier Grand Slam weltweit und wird als einziges auf Rasen ausgetragen. Der Grand Slam in Wimbledon fand 1887 zum ersten Mal statt und hat sich über viele Jahrzehnte zum berühmtesten Tennisturnier der Welt entwickelt.

Für deutsche Stars wie Boris Becker, Steffi Graf und Michael Stich war der Centre Court Yard nach ihren Siegen der Ausgangspunkt einer Weltkarriere. Der Centre Court ist der Haupt-Tennisplatz der Championships und das Herz von Wimbledon. Er wird ausschließlich in den zwei Wochen während des Grand Slam-Turniers genutzt.

Foto: © Airey Spaces
Foto: © Airey Spaces
Die Wimbledon Championship findet auf der Wimbledon-Anlage statt, die dem All England Lawn Tennis and Croquet Club zugehörig ist.

Die Sportanlage

Der Name leitet sich von seiner Lage ab, denn der Centre Court liegt in der Mitte der Wimbledon-Anlage, zu der noch mehr Arenen und Tennis-Hallen gehören. Diese sind der Weltöffentlichkeit nicht so geläufig. Das Gelände besitzt 19 Rasenplätze für insgesamt 39.000 Zuschauer und weitere Sandplätze.

In der zweiwöchigen Grand-Slam-Turnierdauer sind hier rund 500.000 Besucher unterwegs. Eine neue Architektur für das Wimbledon-Gelände, das der AELTC als Verein führt, haben Hopkins Architects entworfen. Sie schufen für den Bauherrn, den AELTC, eine Halle mit sechs Tennisplätzen und einer State-of-the-Art-Ausstattung.

Foto: © Airey Spaces
Fotos: © Airey Spaces
Eine halbe Million Besucher sind während dem Grand-Slam auf dem Wimbledon-Campus unterwegs.
Foto: © Airey Spaces
Eine neue Trainingsanlage soll den Profis ein bessere Spielerfahrung liefern, im Gegensatz zur alten Betonhalle aus dem 50er-Jahren.

Tennisarena für Sieger, Profis und Semiprofis

Obwohl in der neuen Arena von Hopkins Architects keine Meisterschaftsspiele ausgetragen werden, spielt die neue Anlage mit einer Tiefgarage und Lagern eine Schlüsselrolle für die Logistik und die Ausrichtung des Turniers, denn sie trägt zu dessen reibungslosem Ablauf bei. Sie kann zudem ganzjährig durch die Clubmitglieder von AELTC genutzt werden und ist einer der Bausteine des umfassenden Masterplans für die langfristige Entwicklung des Clubs.

Der soll dafür sorgen, dass Wimbledon das ganze Jahr über optimal von Vereinsmitgliedern, Spielern und Besuchern genutzt werden kann. Während der jährlichen Meisterschaften bietet die Arena von Hopkins Architects ein hervorragendes zusätzliches Angebot, etwa als Trainingsfläche für auswärtige, internationale Profis.

Foto: © Airey Spaces
Foto: © Airey Spaces
Obwohl es sich in dieser modernen und top-ausgestatteten Anlage anbieten würde – Meisterschaftsspiele werden hier nicht abgehalten.

Lage der neuen Tennis-Arena

Der Neubau von Hopkins Architects, der eine Betonarchitektur aus den 1950er-Jahren ersetzt, befindet sich gegenüber dem Hauptgelände des AELTC-Clubgebäudes und bietet in einer landschaftlich gestalteten Umgebung die sechs neuen Hallenplätze, dazu sechs neue Sandplätze im Freien, eine Mitgliederbar und Umkleidebereiche.

Foto: © Willmott Dixon
Foto: © Willmott Dixon
Sechs Hallen- sowie Sandplätze gehören zu dem Areal, das mitten im Grünen gelegen ist.

Ausdrucksstarke Dachstruktur und neues Grünkonzept

Das wichtigste architektonische Merkmal der neuen Indoor-Arena ist ihr expressives, wellenförmiges Holzdach, das sich hoch über den Spielflächen erhebt, um eine erhabene Atmosphäre für die Sportler zu schaffen. Markant sind die durch großzügige Oberlichter unterbrochenen Hauptbalkenpaare, die durch sich verjüngende Gabeln an der Betonkonstruktion abgestützt werden. Dieses Motiv wird auch nach außen getragen: Die dunkle Fassade rhythmisieren helle Y-förmige Säulen.

Zum Kernpunkt des Architekturprojektes erklärt Mike Taylor, Principal von Hopkins Architects: „Die Herausforderung bestand darin, eine Tennishalle zu entwerfen, die mit den berühmten Außenplätzen von Wimbledon kompatibel ist.  Um dies zu erreichen, haben wir viele der klassischen architektonischen Themen von Hopkins angewandt: eine doppelt geschwungene Dachform, großzügige Tageslichtbeleuchtung in Kombination mit der Verwendung natürlicher Materialien, eine ausdrucksstarke Struktur und einfache, aber elegante Details im gesamten Gebäude. Das Ergebnis ist eine Architektur, die sich sorgfältig in die charakteristische Umgebung von SW19 einfügt.

Foto: © Willmott Dixon
Foto: © Willmott Dixon
Von außen ist die charakteristische Wellenform von Hopkins Architects gut zu erkennen, die den Neubau so ungewöhnlich macht.

Großes Engagement vom AELTC

Der Erfolg des Projekts ist auf die enge Zusammenarbeit mit dem Club zurückzuführen, um das richtige Aussehen und Gefühl zu entwickeln und eine Detailgenauigkeit zu erreichen, die bei einem Sportgebäude oft nicht erreicht wird“. Auch Grün spielt eine Rolle inmitten Londons Wimbledon: Viel Freiraum mit Terrasse und umgebendem historischen Baumbestand schaffen Bezüge von Innen nach Außen und eine gelungene Einbettung in die natürliche Topographie des Geländes.

Die Grünflächen um das Arena-Gelände herum wurden nach dem Vorbild eines „Tennis in einem englischen Garten“ umgestaltet und aufgewertet. Das ist das Ergebnis der Zusammenarbeit von Hopkins Architects und den Landschaftsarchitekten Applied Landscape Design aus Oxfordshire.

In Berlin wurde Anfang der 2000er auch eine riesige Arena neugebaut: Der aufwendige Umbau des Olympiastadions wurde allerdings vor allem wegen historischer Umstände anberaumt. 

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