Die ressourcenschonende Stadt

Das Münchner Werksviertel-Mitte will durch verschiedene Projekte aufzeigen, wie unsere Städte ressourcenschonender funktionieren können. Als neuestes Projekt wurde nun die Almschule eröffnet: ein Dachgarten, in dem Kinder und Jugendliche an das Thema Nachhaltigkeit herangeführt werden.

Umweltschutz, Energiebilanz und Ressourcenschonung sind die Kernthemen bei der Entwicklung des Werkviertel-Mitte am Münchner Ostbahnhof. Das Gelände verfügt über ein Nahwärme- und Nahkältenetz, stellt die Energieversorgung durch ein eigenes Blockheizkraftwerk sicher und nutzt Grundwasser zur Gebäudekühlung.

Auch das Thema „Smart City“ ist hier präsent: „Wir wollen mithilfe digitaler Technologien versuchen, Verkehrswege im Viertel zu reduzieren und Themen wie E-Mobilität und eigene Car-Sharing-Angebote anstoßen“, erklärt Nikolas Fricke, Beauftragtre für Ökologie, Umweltbildung und Soziales im Werk 3.

Almschule im Werk 3

Neu eröffnet wurde nun die Almschule auf dem Dach des Werksviertel-Mitte. Das Projekt der Baywa-Stiftung und der Stiftung Otto Eckart knüpft bei der Bildung an: Münchner Kindern und Jugendlichen soll der ressourcenschonende Umgang mit der Natur beigebracht werden. Das Programm orientiert sich an den Modulen Ernährung und Bewegung, Mensch und Natur, Landwirtschaft und Handwerk.

„Unser Ziel ist es, im Werksviertel-Mitte aufzuzeigen, wie unsere Städte in Zukunft ressourcenschonender und grüner funktionieren können. Wir hoffen, dass sich auch andere Städte von dem Konzept der Almschule inspirieren lassen, um sich mit diesem wichtigen Thema auseinanderzusetzen“, erklärt Martin Schütz, Vorstand der Stiftung Otto Eckart die Bildungsinitiative. „Es geht darum, bei der künftigen Generation ein Bewusstsein für Nachhaltigkeits- und Umweltthemen zu schaffen. Wir wollen das Ernährungsverhalten verbessern und mit dem Erlebnischarakter der Workshops eine Bindung zwischen Kindern und der Natur aufbauen.“

Grünfläche in der Stadt

Wichtig für den Lernprozess sei das aktive Mitmachen: „Die Almschüler lernen mit allen Sinnen und können ihre eigenen Erfahrungen sammeln. So bleibt das Erlernte besser haften“, erklärt Maria Thon, Geschäftsführerin der Baywa-Stiftung. Bewusst fänden die Workshops daher in kleinen Gruppen statt.

Aber auch der Ort spielt eine Rolle: Die Dachterrasse bietet eine 2.500 Quadratmeter große Fläche mit Blumen und Wildkräutern, Hochbeeten, einem Stall für Schafe und Hühner, Vogelnistkästen, einer Schäferhütte sowie einem Bienenstock und einem „Ameisenhotel“. Ein eigener Klassenraum für die Almschule ist in Planung.

Das Projekt will auch ein Zeichen für mehr Grünflächen in Städten setzen. Die Gründer erklären: „Würden alle Menschen so leben, wie in den entwickelten Industrienationen, bräuchten wir fünf Erden. Wenn wir im Zuge der weltweiten Urbanisierung die Organisation unserer Städte nicht neu denken, werden nicht nur die Städte, sondern auch unser Planet daran zugrunde gehen.“