Pfad Richtung Himmel

Schon von Weitem sticht einem der stillgelegte Wasserturm Sint Jansklooster ins Auge. Wie ein leiser Monolith steht er in den niederländischen Sümpfen De Wieden. Wo einst der Turm unter hohem Druck Wasser speicherte, steigen heute unzählige Besucher in die Höhe. Zecc Architekten entwarfen diese ansehnliche Alternative: ein Aussichtsturm auf mehreren Ebenen.

Betrachtet man die Hülle des Wasserturms – eine Stahlbetonkonstruktion versehen mit einer Backsteinhaut – erkennt man zunächst keine großen Veränderungen zu seinem alten Erscheinungsbild. Betritt man allerdings das alte Wasserreservoir, eröffnet sich sogleich ein Schauspiel von Alt und Neu: Für den Ausbau des Turms ergänzten die Architekten die alte Treppenanlage aus Metall mit einer imposanten Steigung aus Holz.

Eine skulpturale Treppe, gekleidet in Spanplatten, arbeitet sich nun durch das Innenleben des Turms. Ein warmer Kontrast zu der kargen Betonwand entsteh – ein bewusstes Absetzten der neuen Struktur gegenüber dem Bestand. Durch das Hinzufügen der neuen Route wird eine räumliche Interaktion geschaffen, die die Wahrnehmung der Besucher auf den Bau schärft. Bestimmt gesetzte Spalten entlang des Pfades ermöglichen einen Ausguck in das Innenleben des alten Sammelbeckens.

Zusätzlich geplante Ebenen geben dem Besucher Platz zum Ausruhen. In der Mitte des Tanks bietet eine transparente Etage einen schwindelerregenden Blick in die Tiefen des Turms. Ist man an diesem Punkt angelangt, erfährt man, welch große Menge an Wasser der Turm einmal speichern konnte. Mit der letzte Stufe wird der Besucher mit einer Panoramaaussicht auf die Landschaft belohnt.

Fotos: Stijn Poelstra