Scheune mit Podest

Gens Architekten aus Nancy haben eine alte dunkle Dorfscheune in eine helle und freundliche Bäckerei verwandelt. Dabei gingen sie mit viel Respekt für die Substanz und die ländlichen Bautradition zu Werke.

Avricourt ist ein kleines Dorf mit bewegter Geschichte. Der Ort mit rund 600 Einwohnern liegt etwa auf halber Strecke zwischen Straßburg und Metz in Lothringen. Heute Teil des Department Moselle gehörte der Ort wie die gesamte Region erst zum Heiligen Römischen Reich, dann zu Frankreich, dann zum deutschen Kaiserreich und nach 1918 schließlich wieder zu Frankreich. Genauso wechselten Sprache und Dorfname: von Elbringen zu Avricourt zu Deutsch-Avricourt zu Elfringen und schließlich wieder zu Avricourt.

 

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Polycarbonat bringt Licht ins Dunkel der Scheune

Im Dorfzentrum von Avricourt haben die Architekten des Architekturbüros Gens aus Nancy nun mit einem interessanten Umbau die Umnutzung der historischen Dorfscheune ermöglicht. Deren Dachstuhl war vor dem Eingriff einsturzgefährdet und musste ersetzt werden. Gens fügte in die Außenmauern der Scheune eine Gerüststruktur aus Stahl ein die nun das neue Dach trägt. Eine Giebelseite ersetzten sie durch eine großflächige halbtransparente Verglasung aus Polycarbonat. Dadurch gelangt nun genug Licht in die vormalige Scheune, um sie ständig zu nutzen.

 

 

Säulen für die Bäckerei

Auffälligste Teil der Instandsetzung ist der podestartige Einbau aus Holz, den Gens in den stützenlosen Raum gestellt haben und der fast die gesamte Grundfläche einnimmt. Wie ein Haus im Haus bilden 35 Rundpfeiler aus Holz und eine auf ihnen ruhende ebenfalls hölzerne Decke einen offenen aber klar separierten Raum in der Scheune. Er nimmt die neue Dorfbäckerei auf, die in die Scheune eingezogen ist. Einziger Dekor des Holzeinbaus sind wulstige Holzringe, die die Rundpfeiler nach oben wie ein Kapitell abschließen. Sie erinnern an schlichte ländliche Bauornamentik und passen sehr gut in diesen vom Holz bestimmten Innenraum. Derzeit wird das Obergeschoss des Einbaus noch nicht genutzt, er ist aber bereits für einen weiteren Ausbauschritt vorgesehen.