Bewehrung von Textilbeton

Textilbeton ist zugfest und korrosionsbeständig. Ein Problem des Werkstoffs sind Verdickungen, die an den Verbindungen der Bewehrungsgitter entstehen. Mögliche Lösung: 3D-Gitter aus AR-Glas und Carbon, die sich an den Enden verjüngen.

Die Verbindung von 3D-biaxialen Gittern in Textilbeton erfolgte bisher Stoß an Stoß – mit einer Bewehrung oben und unten als Übergreifung. Dadurch entstanden eine Verdickung in Länge der Überlappungen sowie ein zusätzlicher Materialaufwand durch die Verbindungsstellen.

Bewehrungsitter aus AR-Glas und Carbon

Darum entwickelte das Unternehmen V. Fraas nun dreidimensionale Bewehrungsgitter, die sich an den Enden verjüngen. Sie können überlappend zusammengefügt werden, ohne dass eine Verdickung an den Verbindungen entsteht. Als Material werden alkaliresistentes AR-Glas oder Carbon verwendet, welche durch Polfäden drucksteif miteinander verbunden werden. Die Distanz der Gitter und die Dichte der Polfäden sind variabel.

„Somit können die 3D-Strukturen endlos in Bahnen fortgeführt werden“, erklärt das Unternehmen. Das unterstreicht einen der Vorteile von Textilbeton: Der Werkstoff ist dünner und leichter als Stahlbeton – gleichzeitig hat Carbonbeton eine hohe Korrosionsbeständigkeit und Festigkeit.

Anwendung von Textilbeton

Der Werkstoff wird bei der bautechnischen Sanierung sowie bei Neubauten verwendet: Bei bei der Instandsetzung eines Zuckersilos in Uelzen dienen die textilen Bewehrungsschichten zur Verstärkung – beim Neubau der Schweizer Firma Alphabeton bestehen die Beton-Fassadenplatten aus einer 3D-Textilbewehrungen aus Carbon. Auf der Landesgartenschau Würzburg 2018 diente der Carbonbeton als Werkstoff für den Pavillon des Themengartens „Modularer Garten“.

Das Unternehmen V. Fraas fertigt seit 2010 dreidimensionalen Textilien. Der Tochtergesellschaft V. Fraas Solutions in Textile hat eine Fertigungsstraße entwickelt, mit der 3D-Textilbewehrungen in großen Abmessungen hergestellt werden können. Plattenwaren sind zwischen 0,5 x 0, Metern und 2,0 x 6,0 Metern realisierbar. Dazu nutzt das Unternehmen eine CAD-Software zur 3D-Simulationstechnolgie der Bewehrung.