Carbonbeton

Ein Schwachpunkt von Stahlbeton ist seine geringe Zugfestigkeit. Forscher haben eine alternative Bewehrung aus Carbonfasern entwickelt – der leichtere und elastischere Baustoff Carbonbeton wird auf der Landesgartenschau Würzburg 2018 vorgestellt.

Vorteile von Carbonbeton

Beim Carbonbeton werden Carbonfasern als Bewehrungsmaterial verwendet. Die Garne oder Stäbe werden mit einer Textilmaschine zu einer Gitterstruktur verarbeitet, ein Beschichtungsmittel stärkt das Gitter zusätzlich. Damit entsteht Beton mit einer Zugfestigkeit von ca. 3000 N/mm². Im Vergleich: Stahlbeton hat etwa 550 N/mm².

Weil weniger Bewehrungsmaterial benötigt wird, ist der Carbon- beziehungsweise Textilbeton leichter und elastischer. Im Gegensatz zum rostenden Stahl benötigen die Carbonfasern keinen Korrossionsschutz; damit kann auf eine mehrere Zentimeter dicke Betondeckung verzichtet werden. Der Werkstoff wird beim Neubau von Brücken und Fassaden sowie bei deren bautechnischer Sanierung eingesetzt.

Präsentation auf der Landesgartenschau 2018

Der Werkstoff Carbonbeton wird seit Mitte der 90er an den Universitäten in Dresden und Aachen erforscht und entwickelt. Auf der Landesgartenschau Würzburg 2018 dient der Beton als Werkstoff für den Pavillon des Themengartens „Modularer Garten“. Die Entwickler der Unternehmen V. Fraas Solutions in Textile und Betondesign Factory möchten damit aufzeigen, dass es sich um einen modularen Baustoff handelt: „Das Zentrum des modularen Gartens sind Carbonbeton-Pavillons, die sich in Kombination individuell an die jeweilige Gartensituation anpassen lassen.“

Der sogenannte Tiny-Houses-Pavillon besteht aus einem Baukastensystem mit 80 x 80 Zentimeter großen Elementen. Besichtigen kann man die Prototypen auf der Landesgartenschau Würzburg bis zum 7. Oktober 2018.