Steine zum Sprechen bringen

„Ich liebe und bewundere die kykladischen Skulpturen. Sie sind von so elementarer Einfachheit“ merkte Henry Moore 1969 an. Seine Ehrerbietung gegenüber den bis zu 5.000 Jahre alten Objekten kann bis zum 7. Juli in einer  Ausstellung des Badischen Landesmuseums Karlsruhe in Kooperation mit der Archäologischen Staatssammlung München nachvollzogen werden. Es gelingt den Ausstellungsmachern die präsentierten Objekte durch geschickte Denkanstöße, nicht durch bloße Belehrung, zum Sprechen zu bringen. Dem Besucher bleibt dennoch nicht verborgen, dass das Raumangebot für derartige Wechselausstellungen begrenzt ist.

Diesem Umstand soll nun im Rahmen einer groß angelegten Sanierungsmaßnahme Rechnung getragen werden. Nieto Sobejano Arquitectos waren in einem Wettbewerbsverfahren erfolgreich und werden „möglichst nahe am Original“ Technik und Hülle erneuern. Eine 700 Quadratmeter große unterirdisch angeordnete Halle wird dann Sonderausstellungen, wie eben beschriebenen, ohne Zwänge ermöglichen. Es bleibt zu hoffen, dass den Beteiligten in Zusammenarbeit mit dem ebenfalls per Wettbewerb ermittelten Ausstellungsgestalter, dem Atelier Brückner aus Stuttgart zu einem ähnlich qualitätvollen Ergebnis führen, wie es die Architekten Helmut von Werz und Johann-Christoph Ottow 1976 abgeliefert hatten. Sie hatten damals die Vor- und Frühgeschichte mit ihrem Gebäude aus der Versenkung geholt.