Architektur und Drama

In den letzten Jahren etablierte sich in Barcelona eine wachsende Theaterszene. Zu den wichtigsten alternativen Theatern gehört das Sala Beckett, welches seit 1989 junge Autoren und zeitgenössische Dramatik fördert. Vor allem unter dem Direktor José Sanchis Sinisterra wuchs das experimentelle Theater zu einem zentralen Kulturort.

Industrie- und Kulturviertel Poblenou

Ende 2016 zog das Sala Beckett ins Zentrum von Poblenou – ein Viertel, das mit Barcelonas zunehmenden Industriealisierung im 18. Jahrhundert heranwuchs. Durch die Lage am Meer hatte der Stadtteil bald die höchste Industriedichte Spaniens. Diese Bauten beherbergen heute Galerien und Studios von Lokalkünstlern. Das Sala Beckett ist damit in bester kultureller Gesellschaft.

Dialog mit der Geschichte

Bei dem neuen Heim handelt es sich um einen Bestand von 1920 – zu Baubeginn war es vielmehr eine Ruine. Die Architekten Flores & Prats erklären: „Der ruinöse Zustand weckte unser Interesse. Nicht, weil wir den alten Charakter wieder herstellen wollten, sondern weil wir den Bau in eine neue Realität verlagern wollten.“

Für die Sanierung holte sich das Architekten-Duo Input vom Beckett-Direktor Toni Casares. Das gemeinsame Ziel: Einen experimentierfreudigen Dialog zwischen Raum und Geschichte zu schaffen. Konkret versuchten die Architekten, die vielen kleinen Details des Baus, oft dekorative Elemente, herauszuarbeiten: Vom Türrahmen über die polychromen Fliesen bis hin zum Putz. Direktor Casares erklärt: „Das neue Sala Beckett ist ein Ort, in dem die Audienz fühlt, dass sie nicht Kunden eines industriellen Produkts sind – sondern Teil eines Dialogs.“