Der Deutsche Pavillon in altem Gewand

48 Tonnen Ziegelsteine wurden aus den Wänden des deutschen Pavillons gebrochen. Dabei hatten das DAM und die italienische Denkmalpflege einen Deal: Mit Ende der Architekturbiennale wird der Bau in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzt.

Knapp ein Jahr nach Eröffnung der Aravena-Biennale sind die Durch- und Aufbrüche, welche symbolisch für die deutsche Willkommenskultur standen, nun wieder geschlossen.

Ausstellung und Datenbank

Die Idee für den deutschen Beitrag zur Architekturbiennale entstand im turbulenten Herbst 2015, als tausende Flüchtlinge nach Deutschland strömten. Ein offenes Haus wollte das Deutsche Architekturmuseum mit seinem Direktor Peter Cachola Schmal, dem Kurator Oliver Elser und der Projektkoordinatorin Anna Scheuermann entstehen lassen. In Anlehnung an Merkels Aussage „wir schaffen das“.

Ausstellungsinhalt waren acht Thesen zur Ankunftsstadt. Sie wurden in Zusammenarbeit mit dem Berliner Studio Something Fantastic und Doug Saunders erarbeitet, dem Autor von „Arrival City: Die neue Völkerwanderung“.

Im Vorfeld zur Ausstellung wurde außerdem seit Oktober 2015 eine Online-Datenbank angelegt – sie dient als Sammlung von realisierten beziehungsweise in Realisierung befindlichen Bauten für Flüchtlinge und Migranten. Die Projekte sind nach Größe, Kosten und Bewohnern pro Quadratmetern, Material und Konstruktion gegliedert. Dabei geht es nicht um die „beste“ Architektur, sondern um den Vergleich gängiger Lösungen und darum, eine Grundlage für lokale und regionale Entscheidungsträger zu schaffen.

Aktualität des Themas

„Die Leitsätze für eine gute Integration, die Gegenstand der Architektur-Biennale in Venedig waren, haben auch 2017 nichts an Aktualität eingebüßt“, sagt Baustaatssekretär Gunther Adler dazu. Deshalb wird die Datenbank auch weiterhin aktualisiert.

Und auch mit „Making Heimat. Germany, Arrival Country.“ geht es weiter: Noch bis 10. September 2017 kann die Ausstellung im Deutschen Architekturmuseum Frankfurt besucht werden.