Rote Brücke über Mumbai

Die indische Metropole Mumbai beschwört für viele das Bild von einem Beton-Dschungel herauf – mit hohen, grauen Gebäuden, bedeckt von einer braunen Schicht Luftverschmutzung. Die Vorstellung ist nicht weit hergeholt: Die formlose, zersiedelte und überfüllte Stadt ist eine der giftigste der Welt. In diesem Kontext dienen wenige Grünflächen als „grüne Lungen“, wie der fast 15 Hektar große Maharashtra-Naturpark, der mitten in der Stadt am Fluss Mitha liegt. Das Areal des Parks diente jahrelang als riesige Müllkippe, wurde aber vor wenigen Jahren von der Stadt saniert und in einen öffentlichen Park umgewandelt. Das Projekt ist noch nicht abgeschlossen: Vor wenigen Monaten wurde einen Wettbewerb für die Realisierung einer neuen Brücke über den Fluss Mitha ausgeschrieben. Die offiziellen Ergebnisse werden im Juli bekannt gegeben.

Das französisch-italienische Büro MenoMenoPiu hat für den Wettbewerb einen der interessantesten Ansätze vorgeschlagen. Ziel des Projekts ist, den Park in einen multifunktionalen und lebendigen Teil der Stadt durch neue Sportplätze, Wege und ein Kulturzentrum umzuwandeln. Dabei soll die neue rote Brücke eine wichtige Rolle spielen: Sie wird der Referenzpunkt des Parks und verbindet den neu entwickelten Stadtteil von Bandra Kurla mit dem Fluss und dem Rest der Stadt. Die Brücke soll nur für Fußgänger und Fahrräder zugänglich sein, gegliedert in zwein Ebenen: Die niedrigere verläuft neben dem Wasser, die 17 Meter hohe Ebene bietet einen Ausblick auf die Megastadt Mumbai.

Besondere Aufmerksamkeit wird den ökologischen und sozialen Themen gewidmet. Um den Park nachhaltig zu gestalten, haben die Architekten entschieden, den Strom für die Straßenbeleuchtung mit Solarzellen zu liefern und das neue Kulturzentrum unterirdisch unter einem Wasserspiegel zu bauen. Damit bleibt das Gebäude ohne Klimaanlagen kühl und versorgt den Park mit frischem Wasser. Außerdem sorgt eine zweite Wasserfläche im nördlichen Teil des Parks für Trinkwasser für die Bewohner des umliegenden Slums von Dharavi.

Visualisierungen: MenoMenoPiu Architects, +imgs