Robuste Umgestaltung

Heutzutage sollte man dem Nachwuchs schon was bieten können! Altehrwürdige Jugendzentren mit Bastelkursen haben schon längst an Attraktivität verloren – eine robuste Einrichtung, die Platz zum Skaten und Musizieren hat, entspricht schon eher den Vorstellungen der heutigen Jugend. Die Umgestaltung einer leer stehenden Halle in Ingolstadt von nbundm* Architekten macht diese zeitgemäße Kombination möglich.

Die Einrichtung musste gut zugänglich sein und an Konzertabenden sollte es auch mal etwas lauter werden dürfen – aufgrund dieser Kriterien entschied sich Ingolstadt für einen Standort direkt am Bahnhof. Dort, wo eine alte Halle aus Betonfertigteilen bereit für einen Umbau stand.

Die Architekten entschieden sich für einen zurückhaltenden Eingriff. Strukturell blieb die Halle weitestgehend erhalten. Man brachte lediglich die Gebäudehülle sowie den Wärme- und Schallschutz auf den neuesten Stand.

Das Augenmerk lag hauptsächlich auf dem Innenausbau: unverputzte Kalksandsteinwände und Möbeleinbauten aus Holz charakterisieren die Gestaltung der Räume. Unterschiedlich farbige Fliesen sowie die spielerische Anordnung der Sandsteine an der Bar beleben die Räume zusätzlich.

Die Skatehalle mit Tribüne und der Konzertraum mit Barbereich befinden sich jeweils an den Enden der Halle. Dazwischen liegt ein zweigeschossiger Einbau, der alle weiteren Funktionen aufnimmt. Auffallend sind die durchgehenden Bandfenster, die die unterschiedlichen Bereiche der Halle miteinander verbinden und den industriellen Charakter des Gebäudes betonen.

Die Vergangenheit des Gebäudes bleibt überall ablesbar und wird in eine neue Ästhetik übersetzt – den Architekten ist es gelungen eine Nutzung zu implementieren, die in einen Dialog mit dem Bestand tritt und gerade dadurch die zeitgemäße Interpretation eines Jugendzentrums liefert.

Fotos: Henning Kopeke