Im Kontext der Natur

Das Pflegeheim im spanischen Adeamayor de San Martin entstand aus seinem Kontext. Dabei nutzte das Architekturbüro Contextos de Arquitectura y Urbanismo die Natur und die Bedürfnisse der Bewohner als Grundlage für den Entwurf.

Die Anlage grenzt an das versteckt gelegene Sumpfgebiet Salgüeros de Aldeamayor. Dürres Terrain und weitläufig flaches Agrarland dominieren die Landschaft – hier und da gespickt mit Pinien.

Óscar Miguel Ares und sein Team wollten für die Bewohner des Pflegeheims einen Bezug zur Natur und zum Tageslicht herstellen – und gleichzeitig geschützte Rückzugsräume schaffen. So entstand ein rechtwinkliger Gebäudekomplex, der von einer Außenwand aus weißen Beton-Blöcken eingefasst wird. Dahinter verbirgt sich die Anlage aus einem öffentlichen Bereich sowie den Räumen der Bewohner.

Rechtwinkliger Gebäudekomplex

Die Fassade der Umfassungsmauer soll mit ihren vertikalen Blöcken abstrakt und hart wirken – in Anlehnung an die dürre Natur. Die Mauer fungiert als Schutzwall für den Komplex im Inneren. Außerdem bilden die klaren Linien einen Kontrast zum geometrisch Komplexen Inneren.

Alle privaten Räume sind als kleine Zellen ausgebildet, welche „im Innenhof organisch miteinander verschmelzen“, wie Óscar Miguel Ares erklärt. „Sie schaffen Zwischenräume und treten miteinander in Beziehung – im Innenhof und im Innenraum.“

Als Treffpunkt für alle Bewohner dient der Korridor. Wie vor den Häusern in der Region Castilla y León befinden sich vor den privaten Einheiten Stühle, die zum Verweilen und Gespräch mit dem Nachbarn einladen sollen. In den öffentlichen Bereichen befinden sich Aufenthalts- und Fitnessraum, medizinische Versorgung und ein großer Veranstaltungsraum, der mit viel natürlichem Licht eine friedliche Atmosphäre schaffen soll.

Das Gebäude wurde aus simplen und kostengünstigen Materialien erstellt. Geometrie, Räume, Licht und der bedachte Umgang mit Farbe und Texturen sollen ein warmes und gemütliches Interieur für die Bewohner schaffen. „Das Ziel des Projekts ist, über eine Unterkunft hinaus ein echtes Zuhause für die Bewohner zu schaffen.“

Fotos: Architekten Óscar Miguel Ares.