Gebirgsglanz

An strategisch wichtigen Orten sollen im UNESCO Welterbe Dolomiten markante Gebäude mit Wiedererkennungswert entstehen. So sieht es das Konzept der Naturparkverwaltung vor. So haben es Pedevilla Architects und willeit architektur in ihrem Servicegebäude Kreuzbergpass funkelnd umgesetzt. 

Ein spitzes Satteldach mit langen, auskragenden Vordächern an der Traufe, geschlossene Stirnseiten, die Längsseiten mit den Schiebetüren aus Lärchenholz, ansonsten besteht alles aus Beton – simpel und knapp – das ist das neue Servicegebäude Kreuzbergpass der Architekturbüros Pedevilla Architects und willeit architektur. Seit Ende 2020 steht es am 1.636 Meter über dem Meeresspiegel gelegenem Kreuzbergpass bei Sexten, Südtirol.

Servicegebäude Kreuzbergpass

Zweck des Gebäudes ist es, einen Bezugspunkt für Wandertouren und andere Freizeitaktivitäten zu schaffen, vor Wind und Wetter zu schützen und Servicefunktionen unterzubringen, wie die Vermittlung von Informationen zum Wanderwegenetz, zu den Almhütten, zur Natur und zum UNESCO Welterbe. Die Architekten beziehen sich mit ihrem Entwurf direkt auf die umliegende Landschaft, die Bergspitzen, Zinnen und die „Sextner Bergsonnenuhr“.

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Das Highlight der Architektur im doppelten Sinne ist ein anderes Detail: Dreieckige, bernsteinfarbene Glaselemente funkeln auf der Straßenseite im Giebel des Gebäudes und lassen Licht in den Innenraum fallen, der dadurch eine schon beinahe sakrale Anmutung erhält. Die wie ungeschliffene Bergkristalle gestalteten Glaselemente finden sich auch an weiteren Stellen des Servicegebäude Kreuzbergpass: So zieren die massiven Glaselemente in drei Reihen jede Holzleiste der Längsseite. Die Knäufe der vier Schiebetüren bestehen aus je einem Glaselement in deutlich größerem Format.

Im Inneren setzt sich die Farb- und Materialsprache des Außenbaus fort: handgehacktes Lärchenholz und weißer Sichtbeton mit lokalem Dolomitgestein als Mehlkorn. Durch das Gebäude führen zwei Passagen, die auf beiden Längsseiten durch je eine Schiebetür verschließbar sind. Während der eine Durchgang in den Ausstellungsbereich und die Touristeninformation führt, erschließt die zweite, kleinere Passage die Sanitäreinrichtungen und Nebenräume.

 

Alle Fotos: Gustav Willeit

 

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