Vietnamesische Laterne

Das Grundstück des Panasonic-Showrooms liegt an einer Straße, welche Hanois Ruf als Verkehrshölle abbildet. Zusammengepferchte Mopeds in Bewegung bestimmen Geschwindigkeit, Geräuschkulisse und Luftqualität.

Auch eine für Vietnam typisch kleine Grundfläche von nur 72 Quadratmetern und ein Baum mit dichtem Blattwerk direkt vor der Nase des Grundstück wurden zu herausfordernden und prägenden Parametern des Gebäudes. Für den Entwurf wurde das Architekturbüro Vo Trong Nghia (VTN) beauftragt – der bekannteste Architekten-Name Vietnams.

Perforierte Fassade

VTN hat sich durch die Verwendung von nachhaltigen Baustoffen wie Bambus oder Stroh einen Namen gemacht. Im Falle des Showrooms verwendete das Team perforierte Terrakotta-Steine, welche Fassade und Innenraum des Baus prägen.

Dabei handelt es sich um einen traditionellen und lokalen Baustoff: Bevor Klimaanlagen Räume kühlten, wurde mit Terrakotta gebaut, um eine Luftzirkulation herzustellen und Licht zu filtern. Bis heute handelt es sich um ein günstiges Material: Die mehr als 5.600 verbauten Blöcke des Showrooms kosteten umgerechnet etwa 2.600 Euro.

Im Falle des Showrooms bilden die Terrakotta-Elemente eine flächige Fassadenhaut, welche trotz Rücksprung visuell zwischen den Bestandsbauten hervorsticht. Auch der Innenraum ist vom Muster der Steine geprägt – ein Stahl-Glas-Gerüst bildet eine zweite, innenliegende Fassadenebene. Die Architekten erklären: „Tagsüber belebt der Baum die Fassade, indem er Schatten wirft. In der Nacht leuchtet das Gebäude von Innen heraus“ – wie eine vietnamesische Laterne in der Stadt.

Treffpunkt für Kreative

Der Innenraum wird außerdem von einer Treppe aus Holzstufen geprägt. Die Exponate befinden sich an deren Seiten, damit sie von Besuchern bei Auf- und Abstieg bewundert werden können.

Vom Erdgeschoss bis ins zweite Obergeschoss werden Exponate von Panasonic ausgestellt, im dritten OG befindet sich eine Galerie, in Architektur ausgestellt wird. Der Raum erhält direktes Tageslicht durch Oberlichter – hier befindet sich außerdem ein großes Fenster mit Beton-Rahmen. Besucher können sich hineinsetzen und das wilde Treiben der Mopeds oder des Blattwerks beobachten.