28.08.2023

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Lebensraum auf dem Mond aus dem 3D-Drucker

ICON träumt davon, per 3D-Drucker Infrastruktur auf dem Mond zu errichten. Bildquelle: BIG via ICON
ICON träumt davon, per 3D-Drucker Infrastruktur auf dem Mond zu errichten. Bildquelle: BIG via ICON

Das 3D-Druck-Unternehmen ICON wurde von der NASA damit beauftragt, die Infrastruktur für den möglichen Bau auf dem Mond zu erforschen. 


Die Erkundung des Mondes

Das NASA-Programm Artemis befasst sich damit, die langfristige Erkundung des Mondes durch Menschen zu planen. Dafür sind neue Technologien nötig. Denn der Mond bringt einzigartige Herausforderungen für das Leben und Arbeiten mit sich. Das beginnt schon beim Bau der nötigen Infrastruktur. Daher hat NASA das in Austin ansässige 3D-Druck-Unternehmen ICON beauftragt, beim Bau von Infrastruktur zu helfen. So sollen Landeplätze, Habitate und Straßen auf der Mondoberfläche entstehen.

Auch hier auf der Erde ist ICON ein Vorreiter. So hat das Unternehmen kürzlich den ersten Spatenstich für eine große 3D-gedruckte Nachbarschaft in Texas gesetzt. Mit dem Small Business Innovation Research Program Fund der NASA erhielt das Unternehmen fast 60 Millionen Dollar. Diese dienen dazu, die weitere Erforschung von Weltraumumgebungen wie Mond und Mars zu ermöglichen.

ICONs Vulcan-Roboterbausystem ist ein 3D-Drucker, der für den Bau von Nachbarschaften auf der Erde sowie von Simulationen zum Einsatz kommt. Er soll ein wichtiger Bestandteil der NASA Mission Crew Health and Performance Analog sein. Dieses Mission startet im Jahr 2023 und simuliert ein Jahr auf dem Mars.

So könnten die Olympus-Habitate auf dem Mond von innen aussehen. Bildquelle: BIG 2020 via ICON
So könnten die Olympus-Habitate auf dem Mond von innen aussehen.

Das Olympus-Projekt von ICON

Die jüngste Finanzierungsrunde für ICON wird in das Olympus-Projekt des Unternehmens fließen und das Artemis-Programm der NASA unterstützen. Dabei geht es um die Herstellung und Realisierung eines Lebensraums auf dem Mond. Dieses ehrgeizige Projekt ist schon seit 2020 bekannt und befasst sich vor allem mit der nötigen Infrastruktur.

Denn die extremen Temperaturen auf dem Mond sowie Faktoren wie Strahlung und Mikrometeoren sind eine Herausforderung für die Entwicklung von Behausungen. Es handelt sich hier um Neuland. Noch ist nicht allzu viel darüber bekannt, wie eventuelle Behausungen und Infrastrukturen aussehen könnten. Neben einem warmen, sicheren und trockenen Ort sind auch Landeplätze für Raumfahrzeuge, Schutzschilde und Straßen nötig.

ICON plant nach dem Konzept „vom Land leben“. Das bedeutet, dass die auf der Mond- und Marsoberfläche verfügbaren Materialien wie Felsen zur Herstellung des geplanten Habitats verwendet werden sollen. Auf der Erde nutzt ICON hingegen ein Betonpolymer namens Lavacrete, das in Schichten zu Fassaden und Fundamenten wird.

Mögliche Infrastrukturen auf dem Mond rücken immer näher. Bildquelle: ICON
Mögliche Infrastrukturen auf dem Mond rücken immer näher.

Robuste und breit einsetzbare Systeme

ICON hat die Vision, den Ansatz der Weltraumforschung zu ändern. Anstatt Materialien hin und her zu transportieren, möchte das Unternehmen die Ressourcen vor Ort nutzen. Bisherige Forschungs- und Entwicklungsarbeiten haben laut ICON gezeigt, dass derartige Systeme nötig sind.

Im Rahmen des Programms wird ICON mit der NASA einen Simulationsflug mit Mondgravitation durchführen. Zudem plant das Unternehmen, Gesteins- und Ablagerungsproben von früheren Missionen zu testen. So soll ermittelt werden, wie sich die Materialien unter der Mondgravitation verhalten.

Der Vertrag zwischen ICON und NASA läuft bis 2028. Wann genau das geplante Mondhabitat entstehen könnte, ist noch offen.

Übrigens: Schon im Jahr 2021 arbeiteten NASA und ICON zusammen, um gemeinsam mit Architekten der Bjarke Ingels Group ein experimentelles Habitat zu entwerfen.

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