Kunst–Fusion: Erweiterung des Museum Küppersmühle

Das MKM in Duisburg beherbergt eine der bedeutendsten Sammlungen deutscher Kunst seit der Nachkriegszeit. Dazu zählen Werke von Georg Baselitz, Gerhard Richter, Fred Thieler und Rosemarie Trockel. Bis 2018 soll das Museum um 2.500 Quadratmeter neue Ausstellungsfläche erweitert werden – der Entwurf stammt von Herzog & de Meuron.

Erweiterung des MKM von Herzog & de Meuron

Insgesamt handelt es sich um drei neue Volumen. Sie variieren in der Höhe zwischen 27,5 und 33,5 Metern, sodass die Erweiterung als additiv zusammengefügter Baukörper lesbar wird.

Zwei der Kuben werden die Kunstwerke beherbergen, das dritte Volumen dient Erschließung, Versorgung und Art-Handling. In Zahlen: Es entsteht eine zusätzliche Bruttogeschossfläche von 4.900 Quadratmetern.

Der Erweiterungsbau bildet gleichzeitig den neuen Kopfbau der Häuserzeile. Da zur Autobahn eine Anbauverbotszone von 40 Metern eingehalten werden muss, nehmen der übergeordnete Ausstellungskubus sowie der Erschließungs-Bau diese Grenze als Schräge auf. Insgesamt orientieren sich die Architekten von Herzog & de Meuron in Volumen, Gebäudehöhe und Material am Bestand, um den Komplex fortzuschreiben.

Silos als verbindendes Element

Zwischen den bestehenden und neuen Backsteinbauten befinden sich Stahl-Silos aus den 1930ern. Diese werden an die Ausstellungsgeschosse angeschlossen, um beide Gebäudeteile zu verbinden. Damit ein durchgängiger Museumsrundgang entsteht, wird außerdem ein Treppenhaus ergänzt.

Die Silos dienen aber nicht nur als Verbindung – sie werden ebenso zu einem Ausstellungsraum umfunktioniert. Über eine großzügige Deckenöffnung im Erdgeschoss soll das entkernte Silo als ganzer Raum erlebbar gemacht werden.

Als Kontrast zum vorherrschenden Material Ziegel bliebt das rohe Material der Silos erhalten– immerhin handelt es sich dabei um einen plastischen Bestandteil des Industriedenkmals Küppersmühle.

Geschichte der Küppersmühle

Der Komplex aus dem 19. und 20. Jahrhundert beherbergte ursprünglich ein Mühlenwerk, wobei der Name „Küppersmühle“ aus der Fusion mit den Homberger Küpperswerken 1969 hervorgeht. Drei Jahre später wurde der Betrieb eingestellt.

Initiiert von der Stiftung für Kunst und Kultur e.V. Bonn fand der Bestand 1999 eine neue Nutzung als Ausstellungshalle. So stammt auch das erste Konzept vom Basler Büro Herzog & de Meuron. Mit der Sanierung, Entkernung und Umgestaltung entstand städtisches Leben am alten Duisburger Innenhafen.

Sammlung Ströher und Grothe

In den neuen Räumen wird eine der umfangreichsten privaten Sammlungen deutscher Nachkriegskunst ausgestellt. Sylvia und Ulrich Ströhers Sammlung besteht aus abstrakter Nachkriegskunst. Dazu kommt Hans Grothes Malereien und Skulpturen der 1970er bis 90er Jahre.

2005 fusionierten beide, womit es sich bei dem Bestand um über 1.500 Werke handelt. Mit der Zusammenführung entstand der Wunsch, die Kunstwerke in einem angemessenen Rahmen zu präsentieren.