13.05.2020

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„Die Ausrichtung der BAU steht aktuell nicht infrage“

von Theresa Ramisch

Mirko Arend ist Projektleiter der BAU 2021 und optimistisch gestimmt. (Foto: Messe München)


“Man kann Fachmessen nicht mit Volksfesten vergleichen.”

Ob Light+Building, Salone del Mobile oder Fensterbau Frontale – aufgrund der Corona-Pandemie hagelte es in den vergangenen Wochen geradezu Messeabsagen. Und ob andere, später im Jahr geplante Schwergewichte wie die Art Basel stattfinden können, ist auch weiterhin nicht gesichert. Den Projektleiter der BAU 2021, Mirko Arend, lässt das natürlich nicht kalt. Wir haben mit ihm über den aktuellen Planungsstand der Weltleitmesse gesprochen und ihn zu den bereits erfolgten Absagen der Großaussteller Schüco und Xella befragt.


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Mirko Arend ist Projektleiter der BAU 2021 und optimistisch gestimmt. (Foto: Messe München)

 

Mirko Arend, in der jüngsten Pressemitteilung der Messe München steht, dass Sie aufgrund der aktuellen Buchungszahlen davon ausgehen, dass die BAU 2021 genauso so erfolgreich sein wird wie ihre Vorgängerin und dass nach dem Corona-Shutdown die Erwartungshaltung der Branche zurecht größer denn je sein wird. Wie meinen Sie das konkret?

Die BAU verlieh der Branche schon immer einen positiven Schub. Das ist erst recht im Hinblick auf das Geschäftsjahr 2021 notwendig, also für die Zeit nach Corona. Für diese Zeit ist die BAU im Januar der richtige Stimmungs- und Mutmacher, aber auch ein Motor für das künftige Geschäft.

 

 

Die BAU berichtete in derselben Pressemitteilung, dass drei Viertel der Netto-Ausstellungsfläche bereits fest gebucht sei. Gute Buchungslage hin oder her – die ersten Großaussteller wie Schüco und Xella haben die BAU 2021 bereits abgesagt. Kam das für Sie überraschend? Welches Feedback bekommen Sie aus der Branche?

Viele Aussteller sind hin- und hergerissen. Sie haben sicherlich Bedenken wegen der aktuellen Situation, setzen aber gleichzeitig große Hoffnungen in die BAU, die nach Absagen anderer Branchenmessen quasi der Leuchtturm sein kann. Klar tun die Absagen von Schüco und Xella sehr weh, aber die Buchungszahlen stimmen mich nach wie vor optimistisch. Das Vertrauen der Branche in die BAU ist grundsätzlich da.

 

Aktuell kann man über den weiteren Verlauf der Pandemie nur spekulieren und damit auch, ob die BAU 2021 wirklich stattfinden wird. Haben Sie sich bei der Messe München eine Deadline gesetzt, bis wann Sie über die Ausrichtung entscheiden?

Aktuell steht die Ausrichtung der BAU nicht in Frage. Es gibt aktuell auch keine Reißleine oder Deadline, zumal aus der Politik Signale kommen, dass man Fachmessen nicht mit anderen Großveranstaltungen wie Volksfesten vergleichen kann. Fachmessen im B2B-Bereich unterscheiden sich bei den Möglichkeiten, eine Veranstaltung infektionssicher auf den Weg zu bringen, deutlich von einem Rockkonzert oder dem Oktoberfest.

Um Messen sicher durchführen zu können, denken wir über angepasste Aufplanungen und die Steuerung der Besucher innerhalb der Hallen nach. Ziel ist es, die notwendigen Abstände gewährleisten zu können und so die Sicherheit maximal zu erhöhen. Auch die Bereitstellung von Masken bzw. Maskenpflicht, die Vermeidung von Barzahlung auf dem Messegelände durch Einsatz von Kartenterminals oder andere Maßnahmen zur Sicherung der Hygienestandards sind Maßnahmen, die wir angehen würden.

 

“Wir planen die BAU 2021 digital stärker zu begleiten.”

 

Die Pandemie hat viele von uns in Digitalisierung-Zugzwang gebracht. Der digital-Ableger der BAU, die DigitalBAU in Köln, konnte Anfang 2020 noch stattfinden. Die Messe beschäftigt sich mit der Zukunft des digitalen Bauens. Welche Chancen sehen Sie in der aktuellen Situation für die Baubranche?

Die Digitalisierung wird in allen Wirtschaftsbereichen noch stärker vorangetrieben, auch in der Baubranche. Virtuelle Baustellenbegehungen werden in naher Zukunft völlig normal sein. Auch die Architektur wird sich deutlich verändern. Planer werden noch mehr über öffentliche Räume und deren Gestaltung nachdenken. Aber auch das nachhaltige, umweltfreundliche Bauen wird durch Corona eher noch mehr in den Brennpunkt rücken, auch deshalb, weil sicherlich Fördermaßnahmen noch stärker daran gekoppelt werden.

Übrigens ist die Digitalisierung auch für die BAU 2021 enorm relevant. Wir planen die BAU 2021 digital stärker zu begleiten, z.B. mit Live Streams oder mit Tools, mit denen die Aussteller während der BAU Kunden, Kontakte aus der nationalen und internationalen Baubranche zielgenau und virtuell erreichen können. Lassen Sie sich überraschen …

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