Metropolenhaus siegt im Wettbewerb „Ausgezeichneter Wohnungsbau“

bfstudio-architekten haben beim Metropolenhaus Am Jüdischen Museum in Berlin private Wohnnutzung und gemeinschaftliche Projektflächen verbunden. Ein überzeugender Gedanke fand die Jury des Wettbewerbs „Ausgezeichneter Wohnungsbau“.

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Foto: Sebastian Wells

 

Die Jury hatte die Auswahl zwischen einer Vielzahl von Projekten in allen Größen, Preislagen und Materialien. Am Ende trug ein Neubau in Berlin den Preis beim Wettbewerb „Ausgezeichneter Wohnungsbau 2020“ davon. Das „Metropolenhaus Am Jüdischen Museum“ von bfstudio-architekten entstand auf dem ehemaligen Blumengroßmarktgelände im Stadtteil Kreuzberg und nimmt 40 Wohneinheiten, Gewerbe- und Gastronomieflächen auf. Die eigentliche Besonderheit des Gebäudes sind die 400 Quadratmeter großen Projekträume im Erdgeschoss, die für nicht-kommerzielle Nutzung zur Verfügung stehen. Hier sollen Veranstaltungen stattfinden, die für die gesamte Nachbarschaft einen sozialen Mehrwert generieren. Das Haus möchte damit als aktiver Teil der Stadtgesellschaft Verantwortung übernehmen und positiv in sein Umfeld hineinwirken. Finanziert werden die Projekträume von den Eigentümern der 40 Wohnungen. Es war dieses Konzept, dass überhaupt erst den Bau des Metropolenhauses ermöglicht hat. Das Grundstück auf dem vormaligen Blumengroßmarkt hat der Berliner Senat nämlich nicht an denjenigen Bieter verkauft, der den höchsten Preis bot, sondern an jenen, der das überzeugendste Konzept für die Nutzung präsentierte.

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Foto: Sebastian Wells

 

Vier Fassaden, vier Gesichter

Städtebaulich markiert das Haus die Ecke zwischen der Lindenstraße und dem im Zuge der Entwicklung des Areals neuentstandenen Fromet-und-Moses-Mendelsohn-Platz. Die vier Fassaden des Gebäudes sind abwechslungsreich gestaltet: Zur Lindenstraße dominieren Metallverkleidungen, die Balkonen und Wandflächen vorgeblendet sind, zum Mendelsohn-Platz bestimmen bodentiefe Fenster und zwei gestuft zurückspringende Staffelgeschosse den Eindruck. Zur Gartenseite besitzen die vorgehängten Balkone Laubengangcharakter, während an der schmalen Kopfseite des Baus die Verkleidung aus großformatigen grauen Fassadenplatten nur von wenigen Fensteröffnungen unterbrochen wird.

Die Jury des Preises „Ausgezeichneter Wohnungsbau 2020“ lobte besonders, dass die Architekten hier nicht nur als Gestalter auf den Plan traten, sondern auch das Nutzungskonzept mit seinem in das Quartier hineinwirkenden „Aktiven Erdgeschoss“ federführend mitentwickelt haben. (fap)

Zum Wettbewerb ist ein Katalog mit allen ausgezeichneten Projekten erschienen:

Cornelia Dörries
Ausgezeichneter Wohnungsbau
Die besten Wohnungsbauten 2020
272 Seiten, 300 farbige Abbildungen und Pläne, gebunden
München: Callwey 2020
98 Euro
ISBN: 978-3-7667-2488-5

 

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Foto: Rainer Gollmer
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Foto: Rainer Gollmer
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Foto: Rainer Gollmer