ImPossible Germany: MVRDV – Bunker Talk in der Architekturgalerie München

Am 8. Juni 2020 luden NXT A, der Baumeister und die Architekturgalerie München zu einer Gesprächsrunde mit MVRDV ein. Anlass war die von Winy Maas – Gründungspartner bei MVRDV – gastkuratierte Baumeister Ausgabe. Kulisse der Veranstaltung war der Bunker der Architekturgalerie München in der Blumenstraße. 

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1,5 Meter-Veranstaltung in München vor dem Bunker der Architekturgalerie München.

Das international erfolgreiche Architekturbüro MVRDV aus Rotterdam steht wie kaum ein zweites für Experimentiergeist und visionäres Denken vereint mit einem Sinn für großmaßstäbliches Bauen. Winy Maas, Partner von MVRDV, übernahm die redaktionelle Leitung der gastkuratierten Juliausgabe des BAUMEISTER, welche unter dem Motto „ImPossible Germany“ einen Blick auf die deutsche Architektur wirft und der Frage nachgeht, was typisch deutsche Architektur ist und woran man diese festmachen kann.

Wo, wenn nicht in München, könnte man Antworten auf diese Frage finden? Gemeinsam mit Jan Knikker, Partner bei MVRDV, Cornelia Hellstern, Journalistin für Architektur und Baukultur, Javier Arpa Fernández von „The Why Factory“ in Delft und Nicola Borgmann, Direktorin der Architekturgalerie München, moderierte unsere Kollegin Isa Fahrenholz die spannende Gesprächsrunde, bei der Winy Maas live aus Rotterdam zugeschaltet wurde.

Deutsch-niederländischer Sommerabend

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Ein Abend mit Nicola Borgmann, dem Baumeister…
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und dem Bunker der Architekturgalerie München.

An einem lauen Sommerabend fanden sich zahlreiche Gäste aus der Münchner Architektur- und Kulturszene auf dem Vorplatz des Hochbunkers an der Blumenstraße ein. Im corona-konformen 1,5 Meter-Abstand saßen die Gäste beisammen und hörten gespannt Winy Maas, Jan Knikker, Javier Arpa Fernandez und Cornelia Hellstern zu. Sie berichteten welche innovativen und visionären Gedanken MVRDV zur deutschen Architektur hat, wie die Baumeister Curated Ausgabe entstanden ist und welche Bedeutung Deutschland für das Architekturbüro hat.

Ein Blick von Rotterdam nach Deutschland

Dabei stellte MVRDV auch aktuelle Projekte vor. Wie zum Beispiel die Franklin Mitte in Mannheim, bei dem die Gebäude die Form der Buchstaben H, O, M, E haben werden. Winy Maas gab zudem Einblicke in die Gestaltung der Curated Ausgabe. Die Gäste konnten zum Beispiel erfahren, dass er die deutsche „Liebe zur Rechtwinkligkeit“ erstaunlich findet, die Bundesgartenschauen wiederum bewundert. Denn die BUGAs bringen nicht nur die Natur in die Stadt, sondern fungieren auch als städtebauliches Instrument. Architektur und Natur sind ohnehin ein großes Thema für MVRDV, wie Jan Knikker am Anfang des Talks erklärte: Bereits mit dem Bau des Expo Pavillions im Jahr 2000 begannen sie als eine der ersten, Natur mit Architektur zu verbinden. Bis heute sehen sie dies als eines der wichtigsten und zukunftsträchtigsten Themen der Architektur an.

An dem Abend zeigte MVRDV auch seine politische Seite. Winy Maas verriet den Gästen, wieso er sich gerne mit Angela Merkel unterhalten würde: Er würde gerne mit ihr über ihren Mut während der Migrationsdebatte im Jahr 2015 sprechen. Und als Javier Arpa Fernandez gefragt wurde, an welchem Projekt er gerne arbeiten würde, nannte er die Europäische Union. Denn die EU sei das wichtigste Projekt unserer Zeit. Mit der deutschen EU-Ratspräsidentschaft 2020 erhofft sich Fernandez ein Zusammenrücken der europäischen Länder.

MVRDV, bekannt für seine forschungsorientierte und interdisziplinäre Arbeitsweise, eröffnet im Herbst ein Büro in Berlin. Mit dem Baumeister curated by MVRDV nutzten sie die letzte Gelegenheit, als Außenseiter auf Deutschland zu blicken.

Alle Bilder: NXT A / Jessica Mankel