09.05.2022

Architektur

iMAL Kunstzentrum in Brüssel

von Arian Schlichenmayer
Foto: Maxime Delvaux
Foto: Maxime Delvaux

Die Architekturbüros Central und NP2F haben für das Kunstzentrum iMAL in Brüssel ein ehemaliges Industriegebäude umgestaltet. Der Bestandsbau, der unter anderem einen Ausstellungsbereich und eine freie Werkstatt beherbergt, wurde durch wenige, aber gezielte architektonischen Interventionen luftiger und offener.

Seit mehr als 20 Jahren hat sich das Brüsseler Kunstzentrum iMAL der Digitalkultur und neuen Technologien verschrieben. Das Gebäude, in dem es sich befindet, ist ein für Belgien typischer Backstein-Industriebau aus dem frühen 20. Jahrhundert und liegt unweit des Stadtzentrums direkt am Brüsseler Kanal. Hier finden nicht nur Ausstellungen statt, im FabLab, einer offenen Werkstatt, wird auch im kleinen Maßstab produziert. Die Büros Central und NP2F bauten das Gebäude um. Dabei vereinten sie die unterschiedlichen Funktionen des Gebäudes, die Ausstellungsfläche für die Kunstwerke etwa und das FabLab, unter einem Dach. Für den Umbau nutzten sie das schmalen Budget optimal.

CentraI, NP2F, iMAL Brüssel, Foto: Maxime Delvaux
Foto: Maxime Delvaux

Voliere als Eingangshalle

Die Straßenfassade besitzt nun eine großzügig bemessene Verglasung, die das Gebäude mit Tageslicht versorgt. Besucher betreten das iMal heute durch ein halbkreisförmigen Atrium, Voliere genannt, für das die Architekten die Geschossdecke des ersten Stockwerks halbkreisförmig ausgeschnitten haben. So ergibt sich eine lichtdurchflutete Eingangshalle.

CentraI, NP2F, iMAL Brüssel, Foto: Maxime Delvaux
Foto: Maxime Delvaux
CentraI, NP2F, iMAL Brüssel, Foto: Maxime Delvaux
Foto: Maxime Delvaux

Das Gebäude ist als Träger-Stützen-Konstruktion konstruiert.  Das halbkreisförmige Atrium des Kunstzentrums erstreckt sich seit dem Umbau über zwei Stockwerke und fast sieben Meter Höhe. Der neue halbrunde Ausschnitt ist mit Paneelen aus perforiertem Wellblech verkleidet. Je nach Tageszeit und Lichteinfall erscheint diese Verkleidung in anderem Gewand, spielt so mit den Gegensätzen der Opazität und Transparenz. Mit der gelochten Wand des auffällig rot gefärbten Treppenhauses findet die Thematik der Perforation schließich ihre betönerne Entsprechung.

Mehr Informationen zum iMAL Kunstzentrum für digitale Kulturen und Technologie finden Sie auf dessen Webseite (englischsprachig).

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CentraI, NP2F, iMAL Brüssel, Foto: Maxime Delvaux
Foto: Maxime Delvaux
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