24.07.2023

Wohnen

Mit Sichtbeton und Holz zum modernen Wohnhaus in Reinach

Beton Einfamilienhaus Holz
Während das Haus in Reinach außen eine mineralisch moderne Gestalt annimmt, spielt regionales Holz in der Dachkonstruktion sowie der Innengestaltung eine große Rolle. Foto: © Gautschi Lenzin Schenker
Während das Haus in Reinach außen eine mineralisch moderne Gestalt annimmt, spielt regionales Holz in der Dachkonstruktion sowie der Innengestaltung eine große Rolle. Foto: © Gautschi Lenzin Schenker

Die Architekten Gautschi Lenzin Schenker haben im Schweizer Ort Reinach ein alleinstehendes Wohnhaus errichtet, dass die Charakteristik lokaler Gebäude aufnimmt, aber zugleich einen zeitgemäßen Entwurf anbietet.


Satteldach und Sockelgeschoss mit Holzaufbau

Für einen privaten Auftraggeber haben die Architekten Gautschi Lenzin Schenker im Schweizer Ort Reinach ein Wohnhaus auf einer Parzelle errichtet, die zur Hälfte in der Dorfzone liegt. In diesem Bereich von Reinach haben die Bauten alle ein Satteldach und sind in ein mineralisches Sockelgeschoss plus einen Aufbau in Holz aufgeteilt. Diese Gestaltungsmerkmale haben die Architekten übernommen und in einen zeitgemäßen Entwurf umgesetzt.

Das Satteldach samt Sockelgeschoss sind mit bloßem Auge auf die Front des „Haus Reinach“ nicht ersichtlich. Erst die Schmalseite gewährt Einblick auf die Konstruktion. Foto: © Gautschi Lenzin Schenker
Foto: © Gautschi Lenzin Schenker
Das Satteldach samt Sockelgeschoss sind mit bloßem Auge auf die Front des „Haus Reinach“ nicht ersichtlich. Erst die Nordseite gewährt Einblick auf die Konstruktion.

Modernes Einfamilienhaus dank Sichtbeton und Holz

Das Erdgeschoss des Hauses in Reinach besteht aus einer zweischaligen Sichtbetonkonstruktion. Das Obergeschoss mit Satteldach weist eine Holzkonstruktion mit massiven verleimten Platten und einer Holzwolldämmung auf. Gemäß der Geometrie der Parzelle und der vorhandenen Erschließung haben die Architekten das Haus in Reinach angepasst: Die um 45 Grad abgedrehte Südseite lenkt Besuchende zum Eingang und ermöglicht zugleich das Parken auf dem Vorplatz. So entsteht ein eigenständiges Volumen.

Die Südseite lädt zum Parken auf dem Vorplatz ein. Durch die 45-Grad-Drehung ist trotz der Verglasung die innere Holzverkleidung nicht einsichtig. Foto: © Gautschi Lenzin Schenker
Foto: © Gautschi Lenzin Schenker
Die Südseite lädt zum Parken auf dem Vorplatz ein. Durch die 45-Grad-Drehung ist trotz der Verglasung die innere Holzverkleidung nicht einsichtig.

Regionalität und Nachhaltigkeit im „Haus Reinach“

Das zweigeschossige Gebäude mit Dachgeschoss und Garage stellt eine Skulptur dar. Sie bietet einen hofartigen Sitzbereich, einen überdachten Eingang und einen überdachten Außenraum im Erdgeschoss. Die Konstruktion besteht aus leimfreien Massivholzsystemen mit heimischen Weißtannen und Eschen. So geht sie einen Dialog mit dem nahegelegenen Waldrand ein. In Kombination mit den massiven Kalksteinböden entsteht ein angenehmes, biologisch hochwertiges Raumklima. Zudem folgt das Haus in Reinach einer nachhaltigen Bauweise.

Die massiven, verleimten Holzplatten führen mit dem Kalksteinboden, dem Sichtbeton und den Dielen des überdachten Außenbereichs zu einem hochwertigen, luftigen Raumklima. Foto: © Gautschi Lenzin Schenker
Foto: © Gautschi Lenzin Schenker
Die massiven, verleimten Holzplatten führen mit dem Kalksteinboden, dem Sichtbeton und den Dielen des überdachten Außenbereichs zu einem hochwertigen, luftigen Raumklima.

Die Innenarchitektur vom „Haus Reinach“

Im Erdgeschoss des Hauses befindet sich ein Büroraum, der separat erschlossen ist und auf Wunsch auch als kleine Einliegerwohnung genutzt werden kann. Die zweite Eingangstür führt in einen Eingangsbereich und weiter in den großzügigen Wohn- und Essbereich. Dabei nimmt die Gestaltung der inneren Struktur die äußere Geometrie des Hauses auf. Einzelne Holzeinbauten dienen als Akzente im sonst hauptsächlich mineralisch gestalteten Erdgeschoss.

Ein Deckendurchbruch über dem Wohnbereich ermöglicht den Blick in das Obergeschoss, das größtenteils aus Holz gefertigt ist. Dort befinden sich je zwei Zimmer und Badezimmer sowie ein Ankleideraum. Dieser zusammenhängende Raum dient als Elternschlafzimmer mit zwei Arbeits- und Lesebereichen. Das Haus wurde zwischen 2019 und 2020 realisiert.

Während im Erdgeschoss der mineralische Sichtbeton dominiert, setzen die Architekten im Obergeschoss Akzente mit verstärkten Holzeinsatz. Hierbei stammt das Holz aus heimischen Weißtannen oder Eschen. Foto: © Gautschi Lenzin Schenker
Fotos: © Gautschi Lenzin Schenker
Während im Erdgeschoss der mineralische Sichtbeton dominiert, setzen die Architekten im Obergeschoss Akzente mit verstärkten Holzeinsatz. Hierbei stammt das Holz aus heimischen Weißtannen oder Eschen.
Foto: © Gautschi Lenzin Schenker

Weiter Freiraum im Ort

Das Grundstück in Reinach liegt leicht erhöht am Rand einer Wohnsiedlung. Drei Seiten grenzen an die Landwirtschaftszone und eine an das Dorf. Für die Architekten war das Konzept des weiten Freiraums sehr wichtig für die Gestaltung des Hauses. So sind das Gebäude und seine Umgebungsgestaltung ein Teil des großzügigen Freiraums der Landschaft.

„Haus Reinach“ befindet sich am Rande einer Siedlung in Reinach. Nur eine Seite grenzt an das Dorf, während die anderen drei an die großzügige Landwirtschaftszone anschließen. Foto: © Gautschi Lenzin Schenker
Foto: © Gautschi Lenzin Schenker
„Haus Reinach“ befindet sich am Rande einer Siedlung in Reinach. Nur eine Seite grenzt an das Dorf, während die anderen drei an die großzügige Landwirtschaftszone anschließen.

Integration statt Abgrenzung

Statt Garten gibt es einen großen Rasenbereich, denn weder Zäune noch Bepflanzungen sollten die Grundstücksgrenze abgrenzen. So wird die Offenheit der Landschaft erhalten. Die Kunden wünschten sich einen vielseitigen Außenraum mit einem hohen Maß an Privatsphäre, was durch die Anordnung des Esszimmers mit Küche im Dachgeschoss gelingt. Von diesem Geschoss aus ist der Blick auf den angrenzenden Wald und die Landschaft der Umgebung besonders schön.

Foto: © Gautschi Lenzin Schenker
Fotos: © Gautschi Lenzin Schenker
Vom Küchen- und Essbereich kann man sowohl bis zum holzverkleideten Dach schauen als auch zur weißen Grundstücksmauer.
Foto: © Gautschi Lenzin Schenker
Um die Privatsphäre der Bewohner zu wahren ist der Bereich durch die schrägen Verglasungen nicht ersichtlich, denn die teilweise verglaste Frontseite zeigt zur Straße.

Einsichtiges Geschosssystem im „Haus Reinach“

Das Esszimmer ist durch einen offenen Raum mit dem darunter liegenden Wohnbereich verbunden. Ebenso wie die an den Stirnseiten des Gebäudes angeordneten zwei Kinderzimmer ist es großzügig verglast. Eine kaskadenförmige Treppe verbindet die drei Geschosse des Hauses in Reinach räumlich. Dank der Abfolge der Räume ist schon beim Betreten des Gebäudes ein Blick bis zur Terrasse im Dachgeschoss möglich. Der Niveauunterschied zwischen den Bereichen sowie die langgestreckte Form des Gebäudes ermöglichen eine sanfte Einbettung des Hauses in das Gelände, das nach zwei Seiten hin ansteigt.

Die langgestreckte Gestalt des „Haus Reinach“ erlaubt trotz des dominierend plakativen Betons eine nahtlose Integration in die Nachbarschaft. Foto: © Gautschi Lenzin Schenker
Fotos: © Gautschi Lenzin Schenker
Die langgestreckte Gestalt des „Haus Reinach“ erlaubt trotz des dominierend plakativen Betons eine nahtlose Integration in die Nachbarschaft.
Große, schwarz verglaste Fensterflächen passen sich unauffällig in die Holzkonstruktion des Obergeschosses an und sorgen für mehr Privatsphäre. Foto: © Gautschi Lenzin Schenker
Große, schwarz verspiegelte Fensterflächen passen sich unauffällig in die Holzkonstruktion des Obergeschosses an und sorgen wiederum für mehr Privatsphäre.
Von Innen hat man allerdings einen großzügigen Ausblick vom Eis- und Kochbereich aus und kann sogar durch das weite Raumsystem die Dachkonstruktion einsehen. Foto: © Gautschi Lenzin Schenker
Foto: © Gautschi Lenzin Schenker
Von Innen hat man allerdings einen großzügigen Ausblick vom Eis- und Kochbereich aus und kann sogar durch das weite Raumsystem die Dachkonstruktion einsehen.

Mithilfe von Bausperrholz ist ein ganz anderer Typ Holzhaus am Simon Square mitten in Edinburgh entstanden, das bei der Nachverdichtung helfen soll.

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