02.04.2020

Event

From Berlin With Love – Homeoffice-Kulturtipp

von Isa Fahrenholz

Homeoffice-Kulturtipp (Illustration: Juri Agostinelli)


Das Stück ganz ohne Kostüme

Für die meisten von uns war der Umzug ins Home-Office unkompliziert: Laptop, Bildschirm, Maus und vielleicht noch ein paar wichtige Unterlagen unter den Arm geklemmt und ab nach Hause. Doch wie gestaltet sich der Arbeitsalltag von Menschen, die für ihren Beruf jede Menge Platz und Körperfreiheit brauchen? Für Tänzer zum Beispiel. Denn auch für Ballett-Companies in ganz Deutschland heißt es seit zwei Wochen: we stay home.


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Homeoffice-Kulturtipp (Illustration: Juri Agostinelli)

Dass auch dort das Leben ohne Bühnenauftritte, Proben und Trainings weitergeht, zeigt das Staatsballett Berlin mit seinem online Stück From Berlin with Love. Die erste Solistin Ksenia Ovsyanick initiierte eine kollaborative Choreografie der Tänzer und Tänzerinnen des Staatsballetts in Quarantäne. In einem drei-minütigen Video sieht man die Tänzer in ihren Wohnzimmern, Gärten, Fluren und auf ihren Balkonen zu Beethovens 7. Sinfonie in A-Dur op. 92. über den Bildschirm tanzen. Etwa die Hälfte der 92 Tänzer trugen zu dem Stück bei. Die choreografischen Stücke sind von jedem Tänzer selbst erarbeitet und fließen dank feinfühliger Übergänge nahtlos ineinander. Der Gedanke der Choreografie war, dass jeder Tänzer seine Sequenz mit der letzte Bewegung der vorhergehenden beginnt. Kommuniziert wurde über WhatsApp. Manche der teilnehmenden Tänzer haben in ihren Choreografien Requisiten untergebracht, die die aktuelle Situation widerspiegeln: Klopapierrollen oder Atemschutzmasken zum Beispiel.

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Normalerweise sieht man die Tänzer durch die Kostüme, nur als die Charaktere, die sie gerade darstellen. Doch in From Berlin with love bewegen sich die Tänzer in Winterstiefeln, Baumwollsocken, Jogginghosen, Jeans oder giftgrünen Lackstiefel über den Bildschirm. Dadurch entsteht ein sehr persönlicher Einblick, in die Persönlichkeit der Tänzer, da sie nicht durch ihre Kostüme entfremdet sind.

Doch nicht nur das Berliner Staatsballett hat schnell auf die Situation reagiert. Auch andere Ensembles haben einen digitalen Spielplan entwickelt. Ein Blick auf diese Spielpläne lohnt sich unbedingt, wenn man sich die Theateratmosphäre nach Hause holen möchte. Wir haben Ihnen daher einige Ballett-Empfehlung der nächsten Wochen zusammengetragen:

bis 03. April 2020

Stop-Motion von dem Nederlands Dance Theater
Choreographie: Sol León & Paul Lightfoot

Schauen sie sich hier das Video an.

10. April bis 17. April 2020

Portrait Wayne McGregor aus der Bayerischen Staatsoper
Choreographie: Wayne McGregor

Hier finden Sie den Stream.

5. bis 11. April 2020

Messa da Requiem aus dem Opernhaus Zürich
Choreographie und Regie: Christian Spuck
Dirigent: Fabio Luisi Dirigent
Bühnenbild: Christian Schmidt
Kostüme: Emma Ryott

Hier finden Sie den Stream.

Das Hamburg Ballett bietet zudem einen eigenen Trainingsplan an. In Zeiten, in denen gefühlt jeder, der schon mal ein Liegestütz gemacht hat, auf Instagram sein Workout teilt, ist das Programm des Hamburg Balletts ein Qualitätsprodukt. Der Tänzer Nicolas Glässman zeigt gemeinsam mit dem Physiotherapeuten Daan van den Akker Bodyweigth-Übungen für Zuhause.

Hier geht es zum Fitnessprogramm.

Und zu guter Letzt finden Sie hier den letzten Homeoffice-Kulturtipp: Das Landleben von Werner Bätzing.

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