Freier Ausblick

Das Grundstück an der Spitze einer Halbinsel im Süden Schwedens, auf dem Elding Oscarson Architekten einer Familie ein Zuhause bauen sollten, war so schön, dass es den Architekten verschwenderisch vorkam, dem Gebäude „nur“ einen Ausblick aufs Meer zu geben – ein zugegebenermaßen luxuriöses Problem. Sie entwickelten deshalb einen Y-förmigen Grundriss ohne rechte Winkel, der Blickbeziehungen in alle Richtungen freigibt.

Die unkonventionelle Form bringt aber noch weitere Vorteile mit sich. Zum einen wird das schräg zugeschnittene Grundstück samt seinem Gefälle zoniert, zum anderen entstehen dadurch windgeschützte Terrassen.

Die Architekten spielten mit dem Gebäudevolumen – am deutlichsten ist das an der Fassade des Hauses zu sehen. Das Erdgeschoss ist rundum verglast. Darauf sitzt ein deutlich massiveres Volumen mit einer holzverkleideten Lochfassade, das auf den ersten Blick nicht so aussieht, als wäre es leicht genug für die dünnen Stützen im Erdgeschoss. Die breite, horizontale Holzlattung aus Douglasie, die fugenlos in die Verglasung übergeht, verstärkt diesen Eindruck.

Es liegt in der Natur der Sache, dass bei krummen Winkeln krumme Ecken übrigbleiben. Das ist bei diesem Projekt allerdings ein zu vernachlässigendes Problem: Auf 300 Quadratmetern mussten die Architekten nur drei Schlafzimmer unterbringen und die haben eben ein etwas schiefes Ankleidezimmer bekommen. Das Erdgeschoss funktioniert ganz ohne Trennwände – die Y-Form macht’s möglich.