27.01.2016

Wohnen

Dreiklang aus Beton

von Maike Burk

Das Haupthaus Bahía Azul

Gleich drei Aufträge erhielt das Büro Felipe Assadi Arquitectos von einem privaten Bauherren. Auf einem Grundstück an Chiles Küste befinden sich nun drei unterschiedliche Betonbauten: ein Pavillon für den privaten Tennisplatz, ein Ferienhaus sowie ein separates Kunstatelier.

An der sogenannten „Ruta del Mar“, einem Küstenabschnitt in Chiles Region Valparaíso, befinden sich viele Ortschaften, an denen vor allem wohlhabende Chilenen Ferienhäuser haben. Etwas weiter nördlich davon liegt auch Los Vilos, eine 18.000 Einwohner große Hafenstadt. Das vierköpfige Architekturbüro Felipe Assadi Arquitectos erhielt den Auftrag, dort für einen Bauherrn gleich drei Gebäude zu verwirklichen. Die 2014 fertig gestellte Anlage besteht aus einem Haupthaus (Casa Bahía Azul) mit Kunstatelier (Taller de Pintura) sowie einem Mehrzweckbau an einem grundstückseigenen Tennisplatz (Pabellón 4 Usos).

Das Haupthaus Bahía Azul
Mehr zum Pabellón 4 Usos finden Sie im Baumeister 2/2016

Wohnhaus Bahía Azul

Das Haus Bahía Azul besteht aus zwei Schichten: einer äußeren Betonfassade mit kleinen Einschnitten, sowie einer dahinter liegenden und unabhängigen Glasfassade, die die physikalische Grenze zum Innenraum darstellt. Dazwischen entsteht eine Erschließungsfläche als windgeschützter Außenraum, der auch als Terrasse genutzt werden kann. Außerdem gelingt der Betonfassade, was die dahinter liegende Glasfassade nicht schaffen würde: Sie steht schräg am Hang und nimmt dessen Gefälle auf, ohne den Boden zu berühren. Am bemerkenswertesten in dem Gebäude sind wohl die unterschiedlich gerahmten Ausblicke, die sich durch die beiden Schichten der Glasfassade und der vorgeschalteten Betonmauer ergeben.

Kunstatelier Taller de Pintura

Zum Auftrag gehörte außerdem ein Atelier für die Ex-Frau des Bauherrn, die von Beruf Künstlerin ist. Sie kam mit der klaren Vorstellung auf Felipe Assadi zu, wie der Ausblick von ihrem Atelier auf das Meer aussehen sollte. Zuerst war da also das Fenster, das von Betonwänden gerahmt den Blick aufs Meer inszenieren sollte.

Im Gegensatz zum Haupthaus ist das Atelier Taller de Pintura in den Hang eingegraben. Durch diese Positionierung im Hügel richtet sich der Blick auf das Meer. Felipe Assadi lässt das Haus nahezu im Hang verschwinden, indem die Treppe eingegraben wird und so das Dach den Hang fortschreibt. Der Architekt beschreibt das Atelier als eine „Minivariante“ eines weiteren Entwurfs, an dem er gerade arbeitet – auch dieser gräbt sich in den Hang und soll noch stärker in der Natur verschwinden als das Kunstatelier (Entwurf für das Projekt Ochoalcubo ab Seite 80). Die Stufen, die ins Kunstatelier in Los Vilos führt, sind als einzelne Elemente in den Hang gesteckt – so blickt man zwischen ihnen durch auf das Stück Erde, in das man eingegraben ist. Auch wenn hier keine Kunst mehr entsteht, ist der Bau nicht nutzlos – es gibt eine Küche und ein Badezimmer, so dass er auch als Gästehaus funktioniert.

Mehr zum dritten Bau auf dem Grundstück, dem Pabellón 4 Usos, finden Sie im Baumeister 2/2016

Fotos: Fernando Alda

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