Der Araber, der Chinese sein sollte

Er wollte ein Praktikum in einem renommierten Berliner Büro. Was er bekam war eine Mail, die er nie hätte lesen dürfen. Vergangenen Montag postete Architekturstudent Herr Jabr auf Facebook den Inhalt der Mail, die intern zu seiner Bewerbung gehört: „Bitte keine Araber“. Drei Wörter, die deutlicher nicht sein könnten und die zurecht viral große Empörung nach sich zogen. Wir haben bei der Absenderin der Mail, GKK-Mit-Büroinhaberin Swantje Kühn, nachgefragt, was der Hintergrund dieser öffentlich gewordenen Einlassung war und welche Konsequenzen man zu ziehen gedenke. Die folgende Stellungnahme kam nun von ihrem Büropartner Oliver Kühn.

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Ein Post, drei Wörter, viel Shitstorm.

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit einer E-Mail, die aus dem Kontext gerissen missverständlich ist, haben wir Anlass zur Kritik gegeben.

Unser Architekturbüro gibt es seit 2000. Wir beschäftigen aktuell Mitarbeiter aus 9 Nationen und sind auf 3 Kontinenten aktiv. Auch im arabischen Raum haben wir gerne und erfolgreich mit Partnern vor Ort gearbeitet.

Wir respektieren nicht nur Menschen aller Nationen, wir bauen auch mit ihnen, für sie und auf sie. Grundstein unseres Erfolgs sind Diversität, Internationalität und interkulturelle Teams.
Und selbstverständlich respektieren wir nicht nur Menschen, sondern auch Gesetze wie das AGG.

Dass es im vorliegenden Fall zu einem Missverständnis kam, das auf Verkürzung und fehlendem Kontext basiert, bitten wir zu entschuldigen. Herr Jabr hat sich bei GKK+Architekten für ein Praktikum beworben. Diese Bewerbung wurde versehentlich einer laufenden Stellenanzeige für Projekte in China zugeordnet. Wir sehen für diese ausgeschriebene Stelle einen Bewerber mit einem abgeschlossenen Master-Studium, mind. 2 Jahren Berufserfahrung und spezifischen Softwarekenntnissen vor, besonders aber sehr gute chinesische Sprachkenntnisse und Projekterfahrung in China. Da Herr Jabr diese Kriterien nicht erfüllt, wurde die Bewerbung zunächst an das Sekretariat mit verkürztem Kommentar zurückgeschickt.

Bereits am Dienstag (14.01.2020) haben wir mit Herrn Jabr telefoniert und ihn um Entschuldigung gebeten, er hat diese akzeptiert.

Wir freuen uns auch zukünftig, Menschen aus allen Ländern einzuladen und bei Eignung zu beschäftigen.

Mit freundlichen Grüßen

Oliver Kühn

Dipl.-Ing. Architekt / Geschäftsführung
für GKK ARCHITEKTUR UND STÄDTEBAU
Gesellschaft von Architekten mbH