Das Museum Unterlinden

Gerade erst wurde die spektakuläre Elbphilharmonie mit Pauken und Trompeten in Hamburg eröffnet. Da verwundert es nicht, dass die ungeteilte Aufmerksamkeit allein diesem Bau zukommt. Dabei gibt es auch noch andere spannende Projekte der Basler Stararchitekten Herzog & De Meuron zu entdecken. Etwa das Museum Unterlinden im elsässischen Colmar.

Abenteuer Museum

Arte zeigt aus seiner Reihe „Abenteuer Museum“ eine stimmungsvolle SWR-Dokumentation, in der sich die beiden Journalisten Gustav Hofer und Marie Labory durch die historisch-pittoreske Altstadt von Colmar treiben lassen und dabei das neue Museum Unterlinden ergründen. Die drittgrößte Stadt im Elsass mit seinen knapp 70.000 Einwohnern wagt mit der Neugestaltung des Museums den Sprung auf die große Weltbühne. Herzstück des Museum ist der Isenheimer Altar, der im Chor der Kapelle des ehemaligen Dominikanerklosters präsentiert wird. Als eines der bedeutendsten Werke der Kunstgeschichte zieht er nicht nur Besucher aus aller Welt an, sondern hat auch zahlreiche Künstler inspiriert wie etwa den deutschen Maler Otto Dix (1891-1969).

Immer wieder kehren die Journalisten zu dem eigentlichen Protagonisten der Dokumentation zurück: Das neue Gebäudeensemble aus drei Epochen – Mittelalter, Jugendstil und Gegenwart – welches das neue Kunstareal der Stadt formt und zugleich einen neuen öffentlichen Platz markiert. Kaum zu glauben, das noch einige Jahre zuvor an dieser Stelle ein alter Busbahnhof stand. Und die Architekten legten sogar den kleinen Stadtfluss wieder frei. So fügt sich der Neubau ganz harmonisch in die mittelalterliche Umgebung und auch Hofer stellt fest: „Auf mich wirkt der Platz, als sei er immer schon dagewesen“ und Marie Labory ergänzt: „Mir gefällt diese Architektur von Herzog & De Meuron. Nüchtern und schlicht – ein Gebäude, das die alte Kapelle auf der anderen Seite spiegelt. Es ist unaufdringlich, es ist einfach da. Gleichzeitig fügt sich der Bau mit den Spitzbogenfenstern und der Ziegelfassade wunderbar in den Kontext von Colmar ein, wo die Geschichte allgegenwärtig ist“.

Insgesamt ist der 50-minütige Film eine gelungene Exkursion in die Themenfelder Architektur, Kunst, Musik und Kultur. Neben den Journalisten kommen auch Kuratoren, die Museumsdirektorin und Musiker zu Wort, die jeder für sich ihre ganz eigene Perspektive auf das neue Museum darlegen.

Zu sehen gibt es die Dokumentation bis zum 29. April 2017 in der Arte Mediathek.