Das Haus mit den zwei Gesichtern

 

Im Nordosten Spaniens, einem kleinen Vorort Saragossas namens Almonacid de la Sierra, entstand dieser unkonventionelle Bau für ein frisch vermähltes Ehepaar. Die Madrilenen María Langarita und Víctor Navarro gingen dem Wunsch der Bauherren nach, den Komfort ihrer Wohnung in der Stadt, mit den Vorteilen eines Vororts zu koppeln. Daraus entstand auch der ungewöhnliche Ansatz bei der Gestaltung des Hauses. Das Wohnhaus könnte man, bildlich gesprochen, als Metamorphose zwischen innerstädtischem Wohnungsbau und üppig bestücktem Waldland verstehen. So ist auch die Zeichnung der beiden Architekten zu deuten, in der diese Koppelung gezeigt wird: Das Paar steht zwischen einem Wald und einem konventionellen Wohnungsbau. Das Resultat dessen ist das „Double House“, wie es die Architekten bezeichnen.

Der zweistöckige Bau geht aus einem rechtwinkligen Grundriss hervor. Diesem Hauptkörper wurde an der Ost- und Südfassade eine Terrasse vorgesetzt, die auf Stützen sitzt. Diese Terrasse die als eine Art Vorab zu sehen ist, ist auch Wesentlich für den Charakter des Hauses. Seine untypische, gezackte Form soll in abstrakter Weise Bäume symbolisieren. Diese Terrasse kann von jedem Zimmer im Obergeschoss erreicht werden. Die aus Holz gefertigte Struktur die den Außenbereich überzieht, fungiert im ersten Moment als eine Art Lamellen. Sie dient jedoch als Halt für laubabwerfende Kletterpflanzen und spenden im Sommer ausreichend Schatten und schützt vor neugiereigen Blicken von der Straße aus.

Insgesamt soll der Entwurf dem Paar viele, offene Freiflächen bieten, jedoch ebenso mehr Intimität als in ihrer vorherigen Stadtwohnung. Er bietet zudem viel Raum für Gäste und größere Familienfeste wie sie für Südeuropäer typisch sind. Dazu wurde eigens eine „Party Area“ vorgesehen wies es die Architekten bezeichnen.

Der zentrale Wohn- und Essbereich im oberen Stockwerk, wird durch eine polygonal geformte Küchenzelle in verschiedene Zonen eingeteilt: Von geschützten Nischen bis hin zu weitläufigeren Räumen. Diese Zonen, Bereiche sind jedoch Schwellenlos miteinander verknüpft – fließende Räume ist das Stichwort.

Fotos: Luis Diaz Diaz