Kunstgalerie „Concrete“ in Dubai

Die Architektur der Vereinigten Arabischen Emirate macht sich in der Regel durch Superlative bemerkbar. Dass es beim Bauen auch bescheidener zugehen kann, zeigt Dubais neu eröffnete Mehrzweckhalle „Concrete“ von OMA.

Dubais Kunstszene Alserkal Avenue

Um Dubais Kunst- und Kulturszene zu fördern, wurde 2007 die Alserkal Avenue gegründet. Seither hat sich das ehemalige Industriegebiet zum Künstlerviertel Dubais entwickelt – und hält Ausstellungen in 25 Galerien bereit.

Nun wurde eine Mehrzweckhalle benötigt, in der temporäre Events, Ausstellungen, Performances und Workshops abgehalten werden können. Dafür transformierte OMA einen noch leerstehende Bau inmitten des Viertels: eine ehemalige Lagerhalle mit knapp 1.300 Quadratmetern.

Individuelle Grundriss-Konfigurationen

Um möglichst viel Fläche für die „Event Area“ zu schaffen, wurden alle dienenden Räume in einer Spange an der Rückseite des Baus angebracht. So öffnet sich der Ausstellungsbereich zum Innenhof, welcher Ort des Geschehens der Alserkal Avenue ist.

Der acht Meter hohe Ausstellungsraum kann durch ein System aus verschieb- und drehbaren Wänden verschiedene Raumkonfigurationen ausbilden. Dabei entstehen Abschnitte zwischen 70 und 600 Quadratmetern Größe, die Besucher in immer neuen Bewegungsführungen durch die Abschnitte leiten.

Transluzente Fassade

Während das Interieur schlicht und funktional gehalten wurde, griffen die Architekten bei der Fassadengestaltung stärker ein. Die Front zum Innenhof wurde durch eine viertürige, transluzente Polycarbonat-Fassade ersetzt. Die raumhohen Türen lassen sich zum Innenhof öffnen, sodass der Außenraum als erweiterte Ausstellungsfläche herhalten kann.

Im geschlossenen Zustand gelangt diffuses Licht in den Innenraum – eine weitere Lichtquelle sind die Dach-Sheds. Alle weiteren Außenwände blieben bestehen und wurden mit schwarzem Spritzbeton überzogen. Er enthält kleine Spiegelscherben, die in der Sonne funkeln.

OMA in Dubai

Obwohl das Büro einen Sitz in Dubai hat, ist Concrete der erste OMA-Bau in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Rem Koolhaas erklärt: „Dubai hat einen starken Einfluss auf unser Schaffen. Ich freue mich, dass wir mit diesem Projekt unseren ersten Bau hier verwirklichen konnten.“