Bye bye MVRDV!

Sechs Monate lang war Baumeister Academy Gewinnerin Miriam Walther Praktikantin bei MVRDV. Nun heißt es für sie Abschied nehmen und weiter ziehen. Was sie mitnimmt, erzählt sie hier.

Die Mail trifft mich wie der Schlag – die Ankündigung meiner Verabschiedung nach der Pecha Kucha im MVRDV Büro macht es offiziell: Mein Praktikum ist fast vorbei und die Zeit verging mal wieder schneller als gedacht. Vor allem, da ich für die letzten vier Wochen noch die Abteilung gewechselt habe und an einem brandneuen Wettbewerb mitarbeitete. So wirkte ich am Ende noch einmal in einem ganz anderen Team und nahm an der Anfangsphase des Designs teil.

An meinem ersten Praktikumstag vor einem halben Jahr war ich sicher, ich würde zwischen all den anderen Praktikanten untergehen. Würde ich all das, was ich vier Jahre lang gelernt habe, überhaupt in der Praxis gebrauchen können? Es hat eine Weile gedauert, bis ich gemerkt habe, dass das Studium – zumindest im Architekturbereich – weniger dazu da ist, Fakten zu lernen als Strategien: Ich habe das Lernen gelernt. Und das hilft im Büro. Man wächst mit seinen Aufgaben, gewöhnt sich ein in die Struktur und Arbeitsweise des Büros. Meine Aufgaben waren sehr abwechslungsreich, von klassischen „Praktikantenaufgaben“ wie Modellbau, über Formstudien bis hin zu Kontakten mit Materialfirmen. So habe ich nicht nur einen Einblick in verschiedene Abteilungen des Büros, sondern auch in verschiedene Projektphasen erhalten. Eine der wichtigsten Lektionen, die ich für mein Uni-Leben mitnehmen werde: Von Anfang an alles in einer ordentlichen und sinnvollen Struktur anordnen, sodass auch andere an dem Projekt weiterarbeiten können beziehungsweise ich selbst auch nach einem Jahr noch weiß, was ich gemacht habe.

Zurück an die Uni

Durch den Realitätscheck im Büro und den damit einhergehenden Einschränkungen, habe ich einerseits ein besseres Gefühl bekommen, wie man an Projekte herangehen kann, die auch tatsächlich umgesetzt werden. Andererseits werde ich in der Uni auch die Freiheit nutzen, dass diese Einschränkungen während des Studiums nicht immer unbedingt eingehalten werden müssen. In der Uni kann ich meine eigenen Ideen umsetzen und Grenzen austesten, ohne von Kunden oder Vorgesetzten eingegrenzt zu sein.

Weiter geht es in Delft

Nach meiner letzten Pecha Kucha im Februar wurde ich traditionsgemäß mit einer kleinen Rede und einer von meinem Team eigens für mich gestalteter Stofftasche sowie dem „MVRDV Buildings“-Buch verabschiedet. Somit habe ich nun ein persönliches Andenken an meine Zeit bei MVRDV. Ich bin ein bisschen traurig, dass das Praktikum schon wieder vorbei ist. Aber ich werde trotzdem genug Gelegenheit haben, meine nun ehemaligen Kollegen in den Stammbars der Rotterdamer Architekturszene zu treffen: Denn ab jetzt heißt es für mich mit vollem Elan mein Masterstudium an der TU Delft zu beenden.

Die Baumeister Academy ist ein Praktikumsprojekt des Architekturmagazins Baumeister und wird unterstützt von GRAPHISOFT und der BAU 2019.