Big Time

Der Dokumentarfilm Big Time begleitet den dänischen Architekten Bjarke Ingels über fünf Jahre in seinem New Yorker Büro. Schließlich ist der 1974 geborene Architekt mit seinem Architekturbüro BIG zu den bekanntesten Architekten weltweit aufgestiegen.

Der dänische Regisseur Kaspar Astrup Schröder porträtiert Bjarke Ingels als sympathischen, dynamischen Visionär, der immer sein I-Phone zur Hand hat, allseits beliebt ist und stets gut gelaunt seine Kunden trifft. Doch für seinen Erfolg in den USA bringt der Architekt laut Regisseur auch Opfer: Die Liebe leide, und die Gesundheit auch. Beides löst sich glücklicherweise zum Ende als Happy End. Eingeblendete MRT-Scans von Ingel’s Kopf erinnern den Zuschauer regelmäßig an die möglicherweise drohende Krankheit. Oder sollen sie doch ein Hinweis auf das ihm zugeschriebene Genie sein?

Der spannendste Part der Dokumentation ist die Architektur. Ingels­ erklärt sie – im stereotypen Architektenschwarz gekleidet– mit Hilfe von Skizzen an seinem Schreibtisch. Dem Architekten gelingt es mit einfachen Worten die gestalterischen Ansätze zu ausgewählten Projekten zu beschreiben. So bekommt der Zuschauer beispielsweise einen Einblick in den Entwurfsprozess des Danish National Maritime Museum in Helsingor oder das erste New Yorker Wohnprojekt W57.

Spannend hätten auch die Probleme werden können, die das Büro hat, hätte der Regisseur sie näher ausgeführt: Nach dem Umzug Bjarke’s nach New York fehlt es dem Kopenhagener Büro an Aufträgen. Auftraggeber bezweifeln, dass der Architekt noch genügend Zeit habe. Wie und ob BIG dieses Problem lösen kann, bleibt leider offen. Diese Schwäche zieht sich durch den ganzen Film – oft schneidet er Probleme an, löst sie allerdings nie auf.

Obwohl der Dokumentarfilm ein allzu positives und unkritisches Bild des Architekten zeichnet, und zeitweise einem Werbefilm ähnelt, bietet er doch einen informativen Blick hinter die Kulissen des dänischen Architekturbüros.

 

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