Baumeister nach8 bei AllesWirdGut

Wir diskutierten im Rahmen von Baumeister nach8 mit AllesWirdGut Architekten und Steelcase in Wien darüber wie Arbeitsplätze Kreativität fördern. Am 14. November standen Herwig Spiegl von AllesWirdGut und Joachim Müller Wedekind von Steelcase auf dem Podium – Alexander Gutzmer moderierte die Veranstaltung.

Der zweite Bezirk in Wien: Die ersten Architekten und Architekturinteressierten treffen ein, um sich mit uns – dem Baumeister – und Steelcase über kreative Arbeitsorte auszutauschen. Kulisse ist die Kantine von dem Architekturbüro AllesWirdGut mit dem charmanten Namen „AllesIsstGut“. Sie steht exemplarisch für die drei Hauptthemen des Abends: Identifikation mit dem Arbeitsplatz, Flexibilität und Mobilität am und vom Arbeitsplatz.

Identifikation fördern

Es sind erstaunliche Ergebnisse, die eine Studie von Steelcase hervorbrachte: Nur jeder dritte Mitarbeiter identifiziert sich mit seinem Unternehmen. Aus Unternehmer Sicht schlechte Nachrichten. Mangelt es derzeit ohnehin an Fachkräften. Das führt dazu, dass es Unternehmen immer schwerer fällt, ihre Mitarbeiter zu halten. Doch die gute Nachricht ist: Gut gestaltete Arbeitsräume können dabei helfen, dass sich Arbeitnehmer mit dem Unternehmen identifizieren. Spiegl ist in seiner Praxis aufgefallen, dass gut gestaltet auch bedeutet, dass nicht alles durchgeplant ist. Arbeitsorte müssen demnach Raum für die Persönlichkeit der Mitarbeiter bieten. Das kann zum Beispiel die – bei Architekten eher unbeliebte – Raumpflanze in der Ecke sein. Die strenge Rechtslage erschwert aber die kreative Umsetzung. Denn die Liste an Bedingungen an einem Arbeitsplatz, die das Arbeitsstättenrecht vorgibt, ist lang. Die planerische Kunst liegt laut Herwig Spiegl darin, die Zwischenräume auszunutzen. Dort kann Kreativität gefördert und Wissen generiert werden.

Mehr Chameleon

Die Kantine AllesIsstGut verdeutlicht, was Arbeitsräume von morgen ausmacht: „Der Arbeitsraum beschränkt sich nicht mehr nur auf den Tisch“ meint Herwig Spiegl. Und so handhabt er es auch in seinem eigenem Büro. Während sich im Obergeschoss die klassischen Büroräume befinden, biete die Kantine im Erdgeschoss einen flexiblen Raum. In dem nicht nur gegessen und geplaudert wird, sondern wo Mitarbeiter bei einem Kaffee Projekte besprechen können. Die Kantine ist somit ein flexibler Raum, der sich an die Anforderungen der Nutzer anpasst.

Auf Achse

Während der Diskussion reißt Spiegl ein Projekt des Büros an, das das dritte Hauptthema einleitet. Ein Wohnmobil vereint auf wenigen Quadratmetern – die noch dazu mobil sind, alles was man zum Leben und Arbeiten benötigt. Und was bringt die Zukunft? Laut Müller Wedekind von Steelcase wird sich die Situation drehen. Nicht mehr der Arbeitnehmer muss mobil sein, sondern der Arbeitgeber. Wie das geht, lebt Amazon schon vor. Das Unternehmen geht dahin, wo es genügend Fachkräfte gibt.